
Die Kosten der Folgen des Klimawandels steigen ständig. Das hat hierzulande als erste Branche die Versicherungswirtschaft wahrgenommen, die für immer höhere Sturm- und Flutschäden aufkommen muss. Weitsichtigere Versicherungen engagieren sich deshalb für Maßnahmen zur Begrenzung des globalen Klimawandels. Manche andere Unternehmen blicken allerdings weiterhin vor allem auf kurzfristige Umsatz- und Gewinnzahlen. Aber in die Bewertung von Unternehmen fließt zunehmend ein, ob und wie sie Klima- und Umweltfragen in ihre Unternehmenskonzepte und ihr unternehmerisches Handeln einbeziehen.
Die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern stellt sich schon heute (notgedrungen) auf den Klimawandel ein. Klimabedingte Katastrophen fordern nicht nur viele Menschenleben, sondern zerstören auch die ohnehin geringe wirtschaftliche Substanz und große Teile der Infrastruktur. Auch volkswirtschaftlich haben katastrophale Auswirkungen des Klimawandels verheerende Folgen und können dazu führen, dass die Regierung nicht mehr in der Lage sein kann, Lehrergehälter oder dringend benötigte Investitionen zu bezahlen.
In Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu investieren, rentiert sich finanziell und erbringt einen mehrfachen Nutzen des investierten Geldes. Nur: Die Mittel für diese Investitionen müssen erst einmal aufgebracht und dann sinnvoll eingesetzt werden. Die finanziell prekäre Situation der meisten Staaten, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, verzögert solche Programme. Aber auch die Schwäche des Staatsapparats behindert eine rasche und effiziente Umsetzung von Vorhaben.
Sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern erfordert der globale Klimawandel eine noch stärkere Orientierung an Konzepten nachhaltigen Wirtschaftens. Dazu gehören u.a. eine Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen, ein sorgsamer Umgang mit knappen Ressourcen wie Wasser, weitsichtige Anpassungsmaßnahmen an nicht mehr zu vermeidende Folgen des Klimawandels sowie ein Abbau sozialer Unterschiede und Spannungen durch eine die Armen begünstigende Steuer- und Sozialpolitik. Zu einem nachhaltigen Wirtschaften gehört auch, in den Handelsbeziehungen mit anderen Ländern darauf zu achten, dass keine Güter importiert werden, deren Gewinnung mit schweren Schädigungen der Umwelt und einer Beschleunigung des Klimawandels verbunden ist.
„Es wird dringend Zeit, zu einer beschäftigungsreichen und kohlendioxidarmen Wirtschaft überzugehen. Grüne Jobs versprechen eine dreifache Dividende: nachhaltige Unternehmen, Armutsreduzierung und eine Erholung der Wirtschaft, die mit der Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden ist.“ So begründet Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, die Notwendigkeit, einer neuen Umwelt- und Sozialpolitik, in deren Mittelpunkt die Schaffung von „grünen Jobs“ steht.
Die ILO sieht die Welt im 21. Jahrhundert vor zwei großen Herausforderungen. Der gefährliche Klimawandel und die Bedrohung für die natürlichen Ressourcen der Welt setzen die Qualität des Lebens der jetzigen und zukünftiger Generationen aufs Spiel. Gleichzeitig müssen dringend angemessene Arbeits- und Lohnverhältnisse für alle Menschen geschaffen werden. Vier von zehn Beschäftigten auf der Welt und ihre Familien brauchen Löhne, mit denen sie in Zukunft ohne Armut und Elend leben können. Außerdem gilt es, in den kommenden zehn Jahren Arbeitsmöglichkeiten für 500 Millionen junge Leute zu schaffen. Die ILO ist überzeugt, dass diese beiden Herausforderungen aufs Engste miteinander verbunden sind und dass „grüne Jobs“ einen Weg eröffnen, den nachhaltigen Schutz von Klima und Umwelt mit einer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung für alle zu verbinden.
Die Internationale Arbeitsorganisation ILO wird gemeinsam und gleichberechtigt von Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und Regierungen in aller Welt getragen. Die ILO setzt sich seit ihrer Gründung für soziale Gerechtigkeit und die Durchsetzung der international anerkannten Menschenrechte und besonders der Arbeitsrechte ein. Es wurden Arbeits- und Sozialnormen erarbeitet, die möglichst in allen Ländern durchgesetzt werden sollen.
Unter den mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt, die unter Hunger leiden, sind viele Angehörige von Kleinbauernfamilien. Ihre Felder sind zu klein, die Bewässerung der Pflanzen ist unzureichend und die Anbaumethoden nicht optimal. Die „Food and Agricultural Organization of the United Nations“ (FAO) strebt deshalb nicht nur eine globale und nationale Steigerung von Ernteerträgen an, sondern es muss auch gelingen, die wirtschaftliche Situation der Kleinbauernfamilien grundlegend zu verbessern.
5% der klimaschädlichen Emissionen auf der Welt gehen auf den Tourismussektor zurück. Etwa 75% davon entfallen auf die Emissionen durch den Transport von Touristen (vor allem Flüge), etwa 20% auf Hotels. Die „Welttourismusorganisation“ (UNWTO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, bemüht sich, die klimaschädlichen Auswirkungen des Tourismus zu vermindern.
Das ist schon deshalb geboten, weil der Tourismus nicht nur zum globalen Klimawandel beiträgt, sondern auch von seinen negativen Auswirkungen betroffen ist. So bedroht der Anstieg des Meeresspiegels die Zukunft von Urlaubsanlagen auf den Malediven, und Wintersportorte in den Alpen haben damit zu kämpfen, dass der Schneefall abnimmt und Schnee- und Gletscherflächen schmelzen. In manchen Entwicklungsländern werden die Ausbreitung der Wüsten und die Verschärfung der Wasserknappheit zu gravierenden Hindernissen für die Tourismusbranche.
Der Klimawandel wird die internationalen Handelsbeziehungen verändern. Es ist aber schwer einzuschätzen, wie dies konkret gestalten wird. Die „United Nations Conference on Trade and Development“(UNCTAD) mit Sitz in Genf hat sich zum Ziel gesetzt, die zu erwartenden Veränderungen systematisch zu analysieren und dabei besonders zu berücksichtigen, wie die Entwicklungsländer davon betroffen sind. Die UNCTAD sucht nach Wegen, um die wirtschaftlich armen Länder in diesen globalen Prozessen zu stärken.
„Mit erfolgreichen Vorzeigeberichten darüber, wie der Privatsektor sich an den Klimawandel anpassen kann, wollen wir den Gesellschaften und den Unternehmen helfen, widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu werden. Ebenso sollen Vorteile und der betriebswirtschaftliche Sinn der Anpassung nachdrücklich auf die Tagesordnung des Privatsektors gesetzt werden. Klimarisiken, die sich auf Gemeinschaften in aller Welt auswirken, sind immer auch Risiken für Unternehmen.“ So beschreibt Christina Figueres, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, zentrale Ziele der „Privatsektor-Initiative“ (Private Sector Initiative – PSI).
Die 1944 gegründete Weltbank gehört zu den weltweit größten entwicklungspolitischen Akteuren und bietet als Gruppe von fünf Organisationen ein breites Spektrum von Darlehen, Zuschüssen, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern und damit Armut zu verringern. In der Weltbank-Zentrale in Washington und in den etwa 120 Länderbüros arbeiten mehr als 12.000 Beschäftigte.
Der „International Fund for Agricultural Development“ (IFAD) entstand 1977 als Teil des UN-Systems, um die Finanzierung von landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekten zu ermöglichen, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung der Produktion von Nahrungsmitteln liegt.