
Der globale Klimawandel und seine Folgen sind inzwischen zu einem wichtigen Thema in der nationalen Politik vieler Länder und in internationalen politischen Verhandlungen geworden. Nationale Programme zum Klimaschutz wurden von vielen Staaten verabschiedet oder werden zumindest diskutiert. In internationalen Verhandlungen wie den G20-Treffen stehen Klimathemen mittlerweile regelmäßig auf der Tagesordnung. Allerdings fehlt häufig noch die Bereitschaft von Politikerinnen und Politikern, Entscheidungen zu treffen, die von einflussreichen nationalen Interessengruppen abgelehnt werden oder die den – kurzfristig verstandenen – Interessen der heimischen Wirtschaft zu widersprechen scheinen.
Deshalb ist das Klima- und Umweltengagement zivilgesellschaftlicher Gruppen von großer Bedeutung, um zu erreichen, dass die notwendigen kurzfristigen Schritte unternommen werden, den globalen Klimawandel zu begrenzen. Ebenso gilt es in den Industriestaaten, politische Mehrheiten dafür zu schaffen, dass den wirtschaftlich ärmeren Ländern rasch geholfen wird, überlebenswichtige Anpassungsmaßnahmen an die nicht mehr zu vermeidenden Folgen des Klimawandels zu treffen. Länder wie Bangladesch, die nur geringfügig die globale Klimaerwärmung verursacht haben, leiden sehr stark unter den Folgen des Klimawandels.
Wichtig ist es auch, ärmeren Ländern Technologien zugänglich zu machen, mit denen sie klimaschädliche Emissionen vermindern und Anpassungsmaßnahmen wirksam gestalten können. Damit solche Maßnahmen wirksam durchgeführt werden können, bedarf es der demokratischen Mitwirkung der lokalen Bevölkerung an der Planung und Durchführung aller Vorhaben. Besonders wichtig ist die Beteiligung von Frauen, die bisher oft völlig unzureichend ist.
Das politische und entwicklungspolitische Engagement muss – schon um der eigenen Glaubwürdigkeit willen – mit einem ganz konkreten Einsatz für den Klimaschutz in der eigenen Kommune und im eigenen Haushalt verbunden werden. Unter dem Navigationspunkt „Aktiv werden“ finden Sie viele Anregungen, was Sie selbst für den Klimaschutz tun können.
Die Suche nach einem Ausweg aus der globalen Klimakrise geht weiter. Dieses Mal trafen sich Politiker und Diplomaten aus 35 Ländern auf Einladung der Bundesregierung in Berlin. Beim „Petersberger Klimadialog“ zeigte sich, wie die Zerstrittenheit der EU-Regierungen in Klimafragen ein gemeinsames Engagement für ein dringend erforderliches internationales Klimaabkommen erschwert.
Mehr als 7.000 Kilometer lang wird die „Große Grüne Mauer“ werden, die sich einmal quer durch den afrikanischen Kontinent ziehen soll. Zwischen dem Senegal im Westen und Djibouti im Osten wird sich dann ein bis zu 15 Kilometer breiter grüner Streifen von Bäumen, Gehölzen und anderen Pflanzen ausdehnen. So soll die Ausbreitung der Wüsten nach Süden gestoppt werden. Ein gigantisches Vorhaben – aber auch ein realistisches Vorhaben?
Der Chefunterhändler der US-Regierung für Klimafragen, Todd Stern, hat internationale Kritik hervorgerufen, als er in einem Vortrag am 2. August 2012 im Dartmouth College (New Hampshire) für mehr Flexibilität plädierte.
„Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen", betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim dritten „Petersberger Klimadialog“, zu dem die Bundesregierung für den 16. und 17. Juli 2012 Umweltminister und hohe Regierungsbeamte aus mehr als 30 Ländern nach Berlin eingeladen hatte. Gemeinsam wollten die Umweltminister den nächsten UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Doha im Golfstaat Katar vorbereiten.
In der Broschüre „Living with Climate Change” wird auf 24 Seiten ein Überblick über Konzepte und die praktische Umsetzung der Anpassung an den globalen Klimawandel gegeben. Herausgegeben wurde die Broschüre vom „Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten“ (OCHA) und von der UN-Agentur IRIN. In gut lesbaren Beiträgen wird deutlich, dass und wie die Armen im Süden der Welt in besonderem Maße durch die Folgen des Klimawandels bedroht sind.
Nur wenige Wochen vor Beginn der Rio+20-Konferenz haben 20 teilweise vom Untergang bedrohte Inselstaaten in ihrer gemeinsamen "Barbados Erklärung" verschiedene Maßnahmen zum Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien beschlossen.
Der Klimawandel wird in den nächsten Jahrzehnten drastisch zunehmen, während das Wirtschaftswachstum wesentlich geringer ausfallen wird als in der Vergangenheit. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des „Club of Rome“ unter dem Titel „2052 – eine globale Vorausschau für die nächsten vierzig Jahre“. Die ganz Armen auf der Welt werden auch in vier Jahrzehnten arm sein, lautet eine der Vorhersagen – und sie werden besonders stark vom Klimawandel betroffen.
„Meere und Ozeane sind entscheidende Säulen für die Entwicklung vieler Länder und für ihren Kampf zur Überwindung von Armut. Aber die große Zahl positiver Beiträge der Ökosysteme der Meere und Küsten, darunter Ernährungssicherheit und Klimaregulierung, sind heute stärker unter Druck als jemals zuvor.“ So beschreibt Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, die Notwendigkeit des Schutzes von Meeren und Küsten.
2010 ist der Ausstoß von Kohlendioxid um 6% gewachsen und damit stärker als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Das ist das beunruhigende Ergebnis einer Studie des US-Energieministeriums. Damit wurden selbst pessimistische Prognosen über den Anstieg der klimaschädlichen Emissionen noch übertroffen. Gregg Marland von der Appalachian State University, der an den Klima-Berechnungen mitgewirkt hat, nannte dieses Ergebnis einen noch nie dagewesenen "Monster-Anstieg".
„Der Klimawandel ist nicht ausschließlich ein Umweltthema. Es ist ein Thema, das berücksichtigt werden muss, wenn die menschliche Entwicklung über einen langen Zeitraum nachhaltig sein soll.“ Dies stellte Olav Kjorven, Direktor des Büros für Entwicklungspolitik des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, anlässlich der Präsentation eines Berichts zu Anforderungen an politische Entscheidungsprozesse angesichts des Klimawandels fest. Er fügte hinzu: „Regierungen müssen jetzt dazu übergehen, Klimarisiken in ihre Pläne und Konzepte für alle Sektoren einzubeziehen, darunter städtische Entwicklung, Planungen für Küstenregionen, Landwirtschaft, Wasser- und Waldmanagement sowie die Erzeugung von Elektrizität.“
„Hier auf den Banks-Inseln erleben wir bereits den Klimawandel. Aber ich suche nach Wegen, damit fertig zu werden. So habe ich festgestellt, dass meine Pflanzen in trockenen Jahren besser überleben, wenn ich sie so pflanze, dass sie von Bäumen beschattet werden.“ So beschreibt der Bauer Charles Ling seine Bemühungen, mit den Folgen des Klimawandels fertig zu werden. Die sind in seiner Heimat Vanuatu im Südpazifik besonders gravierend. Lange Dürreperioden, heftige Regenfälle, steigender Meeresspiegel … Vanuatu ist laut dem kürzlich veröffentlichten „WeltRisikoBericht“ das Land, wo die Menschen mit dem höchsten Risiko leben müssen, Opfer von Katastrophen zu werden.
„Der Petersberger Klimadialog sollte die internationalen Klimaverhandlungen neu beleben. Doch am Ende standen die Teilnehmer mit nahezu leeren Händen da – wie so oft in den vergangenen Jahren. Wie es nach dem Ende des Kyoto-Protokolls im nächsten Jahr weitergehen soll, weiß niemand.“ Diese negative Bilanz des dreitägigen Treffens von Politikerinnen und Politikern aus 35 Ländern zog Markus Becker in einem Beitrag von „Spiegel online“. Beim zweiten Petersberger Klimadialog vom 2.-4. Juli 2011 in Berlin sollte der informelle politische Austausch auf Ministerebene stehen, um Blockaden bei den internationalen Klimaverhandlungen zu beseitigen.
Den Rechten der Mutter Erde Geltung zu verschaffen, ist eines der zentralen Anliegen der sozialen und Umweltbewegungen für die im Dezember anstehenden Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban. Vor dem Abschlussplenum der internationalen Konferenz "Cochabamba + 1", die im April 2011 in Montreal stattfand, formulierte, Elizabeth Peredo Beltran, Aktivistin und Direktorin der bolivianischen Fundación Solón, zivilgesellschaftliche Reflektionen über die Klimagerechtigkeit.
Nachdem 2010 deutlich weniger Regenwaldflächen in Brasilien zerstört worden waren als in den Jahren zuvor, keimte die Hoffnung auf, den Raubbau stoppen zu können. Aber seit einigen Monaten nimmt das Tempo der Waldvernichtung wieder sprunghaft zu. Im März und April stieg die Abholzung nach offiziellen Angaben auf das Fünffache des Vorjahreswertes. Um so beunruhigender ist eine neue Studie über Ursachen und Auswirkungen von Regenwaldzerstörung und Klimawandel in Brasilien.
Die Europäische Kommission hat am 8. März zwei für die europäische Klima- und Energiepolitik zentrale Programme verabschiedet, den "Fahrplan für eine kohlenstoffarme Wirtschaft in 2050" und den "Energieeffizienzplan 2011". Mit dem Fahrplan hat sich die Kommission zu einem Emissionsminderungsziel von 25 Prozent bekannt. Mit der bereits jetzt schon möglichen Anrechung von Klimaschutzprojekten außerhalb Europas könne damit sogar das Ziel von 30 Prozent erreicht werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen bezeichnete die Beschlüsse als Durchbruch für den internationalen Klimaschutz: "Endlich setzt Europa das schon lange erwartete Signal."
„Kleine Insel-Entwicklungsstaaten gehören zu den Staaten, die am verletzlichsten für Auswirkungen des Klimawandels sind … Die Vereinten Nationen teilen Ihre Besorgnis. Wir stehen bereit, um Ihre Regierungen bei Bemühungen zu unterstützen, Klimarisiken zu vermindern und auf Auswirkungen des Klimawandels zu reagieren.“ Dies schrieb UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einer Botschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Regionalen Ministerkonferenz zum Klimawandel im Pazifik“, die vom 2.-4. März 2011 in Port Vila auf Vanuatu stattfand. Der UN-Generalsekretär mahnte: „Wie Sie wissen, tickt die Uhr. Wir müssen tun, was immer getan werden kann, und dies so rasch wie möglich, um die Menschen zu schützen, die am verletzlichsten sind.“
Ein Jahr nach dem stark beworbenen Gipfeltreffen über den Klimawandel in Kopenhagen sitzen die Verhandlungsteams der ganzen Welt wieder zusammen, um eine internationale Antwort auf den Klimawandel zu finden. Viele Stimmen empfehlen inzwischen, keine hohe Erwartungen über das Ergebnis dieser hochrangigen Verhandlungsrunde in Cancún zu haben. Das wäre allerdings ein böser Fehler. Während nämlich die globalen Temperaturen ansteigen, wachsen auch die Bedrohungen für die ärmsten Weltbürger überall, besonders in den Entwicklungsländern.
Das Umweltbundesamt (UBA) hält nach der UN-Klimakonferenz in Cancún eine Verstärkung der Klimaschutz in der Europäischen Union für erforderlich und machbar. „Das bisherige EU-Ziel einer 20-prozentigen Treibhausgasminderung ist kein ehrgeiziges Klimaschutzziel. Die restliche EU sollte sich an der ambitionierteren deutschen Zielsetzung von minus 40 Prozent orientieren und europaweit 30 Prozent Minderung festlegen.", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Damit werde die EU auch ihrer Verantwortung und Rolle als treibende Kraft in der Gruppe der Industriestaaten gerecht, die Anstrengungen gegenüber den bisherigen Zusagen zu erhöhen.
Eine Beratergruppe von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ist zum Ergebnis gekommen, dass es schwierig, aber möglich ist, bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar Unterstützung für Klimaprogramme in Entwicklungsländern aufzubringen. Dieser Betrag war den wirtschaftlich armen Ländern bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen zugesagt worden. Ohne die Einhaltung dieser Finanzzusagen gilt es als sehr unwahrscheinlich, eine breite Zustimmung für ein neues internationales Klimaabkommen zu gewinnen.
Korallenriffe sind die „tropischen Regenwälder der Ozeane“, wird in einem gerade erschienenen UN-Bericht festgestellt. Kein anderes Ökosystem auf der Welt weist eine größere Artenvielfalt auf. Der Bericht „Climate, Carbon and Coral Reefs“ wird von der „World Meteorological Organisation“ (WMO) und der „Convention on Biological Diversity“ (CBD) herausgegeben und gibt einen fundierten Einblick, wie sich der Klimawandel auf die Korallenriffe auswirkt.
Deutscher Wetterdienst und Umweltbundesamt sehen die Prognosen der Klimaforschung durch die Entwicklung der Wetterdaten bestätigt. Extremwetterereignisse wie Starkniederschläge oder Hitzeperioden haben in den letzten Jahrzehnten messbar zugenommen. Aller Voraussicht nach wird ihre Anzahl und Intensität weiter ansteigen. „Die aktuellen Überschwemmungen in Pakistan, die lang anhaltenden Hitzewellen in Russland und Japan und das Hochwasser in Sachsen entsprechen den Erwartungen der Klimaforschung über die Zunahme von Extremwetterereignissen. Sie alle verdeutlichen, wie wichtig es ist, uns auf die Folgen vorzubereiten“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes.
Mit einem eindringlichen Appell, den Druck auf die Regierungen zu erhöhen und konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz einzufordern, ist eine öffentliche Anhörung bei der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 23. Juli zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Tägliches Brot, Ernährungssicherheit und Klimawandel“ wurden die mehr als 400 Delegierten der Vollversammlung über die Folgen der globalen Erwärmung und der steigenden Zahl von Hungernden informiert. Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung betonte, dass die Folgen der globalen Erwärmung immer bedrohlicher würden. So hätten sich die Fälle von schweren Dürren in den vergangenen drei Jahrzehnten verdoppelt.
Zur Eröffnung des dreitägigen „Deutsche Welle Global Media Forum“ wies der Intendant des deutschen Auslandsrundfunks, Erik Bettermann, am 21. Juni 2010 auf die Rolle der Medien als „Chronisten und Interpreten des Kampfs gegen den Klimawandel“ hin. „Hier braucht es nach meiner Überzeugung einen Klimawandel in den Köpfen von Journalisten. Denn Berichterstattung muss über die Tagesaktualität weit hinaus reichen. Sie muss Impulse geben, Defizite, vor allem auch Lösungen und Perspektiven aufzeigen. Und Mut machen.“ Die internationale Konferenz in Bonn stand unter dem Titel „The Heat Is On – Klimawandel und die Medien“. Mehr 1.500 Teilnehmer aus Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Medien aus 95 Ländern diskutierten über den Beitrag, den Medien leisten können, um Bewusstsein zu schaffen für eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit.
Wenn die Politik stagniert und falsche Lösungen präsentiert, muss die Zivilgesellschaft aktiv werden, meinen Vertreter von Attac und BUND. Als Antwort auf die UN-Klimaverhandlungen Anfang Juni in Bonn organisierten sie gemeinsam mit dem Bündnis Klimawelle das "Klimaforum". Sie machten deutlich, dass konkrete Schritte zum Klimaschutz schon heute hier und anderswo gemacht werden können. Auf einem Podium gingen Expertinnen und Experten aus Politik und Zivilgesellschaft der Frage nach, wo es auf dem diplomatischen Parkett klemmt und welche alternativen Strategien es zusätzlich zur UN gibt.
In dem Bericht „Klimaregime nach 2012“ untersucht das Umweltbundesamt die von Industriestaaten und Entwicklungsländern im Rahmen der Kopenhagen-Vereinbarung eingereichten Emissionsminderungsvorschläge. Diese freiwilligen Zusagen sind erfolgt, nachdem es bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im letzten Dezember nicht gelungen war, ein verbindliches neues Klimaabkommen zu verabschieden. Eine zentrale Frage des Berichtes des Umweltbundesamtes lautet: Entsprechen die Selbstverpflichtungen den wissenschaftlich als notwendig anerkannten Emissionsminderungen?
Menschen in aller Welt empfinden den globalen Klimawandel nach wie vor als Bedrohung und sehen extreme Wetterbedingungen als größtes Risiko. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Studie des Marktforschungsunternehmens Synovate in Kooperation mit der Deutschen Welle. Die Meinungsforscher haben in 18 Ländern mehr als 13.000 Menschen zu ihren Einschätzungen befragt – bezüglich des Bedrohungspotenzials, der Auswirkungen und der Möglichkeiten, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Ergebnisse wurden auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn vorgestellt.
„Zwar leugnet kein vernünftiger Mensch den Klimawandel, es gibt aber eine breite Kampagne gegen das ‚Zwei-Grad-Ziel’, die sich durch intellektuelle Doppelmoral und falsches Risikomanagement auszeichnet.“ Dies schreiben die Klimawissenschaftler Hans Joachim Schellnhuber, Claus Leggewie und Renate Schubert in einem Beitrag für Zeit-Online.
Wenn sich die negativen Auswirkungen von Klimawandel und Umweltschäden in Zukunft verstärken sollten, dann sind die bisherigen sozialen und wirtschaftlichen Erfolge Chinas bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der „China Human Development Report“, der Mitte April 2010 veröffentlicht wurde. Er wurde erarbeitet vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP und der Renmin University of China. Die Kernaussage des Berichts lautet, dass China in den kommenden Jahren die Chance hat, einen Entwicklungsweg einzuschlagen, wirtschaftliche Entwicklung und den Übergang zu einer kohlendioxid-armen Wirtschaftsweise miteinander zu verbinden.
Greenpeace hat in einer Studie nachgewiesen, wie die Kampagnen und die Lobbyarbeit sogenannter Klimaskeptiker in den USA finanziert werden. Beispielhaft wurden die Spenden des Firmenkonglomerats Koch Industries ausgewählt. Zwischen 2005 und 2008 hat der Konzern nach den Ergebnissen der Studie 24,8 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, um mindestens 32 Organisationen und Forschungseinrichtungen zu unterstützen, die entweder den Klimawandel leugnen oder bestreiten, dass es einen Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und menschlichem Handeln gibt.
Australische Klimawissenschaftler haben Mitte März 2010 einen ausführlichen Bericht zum Thema „State of the Climate“ veröffentlicht, der im Detail nachweist, wie der globale Klimawandel sich auf den Kontinent auswirkt
Das UN-Entwicklungsprogramm UNEP hat einen „Climate Pledge Tracker“ entwickelt und online gestellt. Diese Übersicht ermöglicht es, auf einen Blick zu erkennen, welches Land welche Zusagen für den Klimaschutz gemacht hat. Orientierungspunkt ist das Ziel, die globale Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.
Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bislang angenommen. Das geht aus einem neuen globalen Synthesebericht hervor, den einige der führenden Klimawissenschaftler der Welt verfasst haben. In dem „Copenhagen Diagnosis” genannten Bericht kommen 26 Wissenschaftler, die meisten davon Autoren früherer Berichte des Weltklimarates IPCC, zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet.
Angela Merkel will die bevorstehende UN-Weltklimakonferenz nicht abschreiben. „Ich bin jedenfalls motiviert, zum Erfolg beizutragen“, sagte die Bundeskanzlerin am 23. November auf der Jahreskonferenz des Rats für Nachhaltige Entwicklung in Berlin, einem 2001 von der Bundesregierung berufenen Expertengremium. In Kopenhagen müsse eine international bindende Verpflichtung zur Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes erreicht werden. „Ein Misserfolg wäre ein ziemlich dramatisches Signal.“
Der Klimawandel wird nicht langsam und stetig verlaufen und nicht erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts seine dramatischen Folgen zeigen. Einzelne Klimaphänomene könnten in zahlreichen Regionen bereits vor 2050 einen Punkt überschreiten, ab dem sie unumkehrbar sein und den weiteren Wandel noch zusätzlich verstärken werden. Zu diesen sogenannten „Tipping Points“ (Kipp-Punkten) zählen die Eisschmelze an den Polen, die Trockenheit in Kalifornien, die Veränderungen des Sommermonsuns in Indien und das Waldsterben am Amazonas. Die Studie „Tipping Points“ des Finanzdienstleisters Allianz SE und der Umweltstiftung WWF zeigt unmittelbar vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen die schwer wiegenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen in besonders betroffenen Regionen auf.
Mit der Unterzeichnung der „Hamburger Erklärung“ ist am 18. November 2009 im Congress Centrum Hamburg die Hamburg City Climate Conference erfolgreich zu Ende gegangen. Darin bekräftigen die rund 290 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 40 Nationen ihre Solidarität und ihre Verantwortung im Kampf gegen die globale Erderwärmung. In der Erklärung heißt es: „Die unterzeichnenden Städte verpflichten sich, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Klimawandel zu begrenzen und die daraus resultierenden Folgen zu bewältigen.“
"Umweltpolitik wird ein Markenzeichen dieser Regierung", das erklärte Bundesumweltminister Norbert Röttgen am 11. November 2009 vor dem Deutschen Bundestag. "Ökologische Politik ist heute in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Sie ist Grundlage unseres Lebens und Handelns - besonders für unser wirtschaftliches Handeln. Denn die notwendige ökonomische Modernisierung Deutschlands ist ohne Umwelt- und Klimaschutz undenkbar. Ökologie und Ökonomie sind zwei Seiten einer Medaille", betonte Röttgen.
RECIPE (Report on Energy and Climate Policy in Europe), eine europäische Studie zu den Kosten des Klimaschutzes, zeigt erstmals konkret: • Gefährliche Folgen des Klimawandels können nur durch frühzeitiges Handeln zu überschaubaren Kosten vermieden werden • Europa profitiert von Vorreiterrolle, sogar wenn andere Länder weiter zögern • Kostenverteilung des Klimaschutzes überfordert keine Weltregion, Finanztransfers in Schwellenländer halten Gesamtkosten niedrig • Klimawandel ist nur noch zu begrenzen, wenn Maßnahmen vor 2020 greifen.
Die Vereinten Nationen gelten unumstritten weltweit als das zentrale Forum zum Thema Klimawandel und globaler Klimaschutz und sind insbesondere mit dem UN-Klimasekretariat in Bonn gleichermaßen Antreiber und Handlungsrahmen der internationalen Klimapolitik. In der Arbeit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) stellt der Klimawandel ebenfalls einen großen thematischen Schwerpunkt dar. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. der DGVN nimmt die Dritte Weltklimakonferenz (WCC-3) und die 15. Vertragsstaatenkonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen zum weltweiten Klimaschutz zum Anlass, um aktuell die Klimagespräche der DGVN Nordrhein-Westfalen als moderierte Vortragsreihe zum Klimawandel im Alten Rathaus am UN-Standort Bonn zu veranstalten.
Einige Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen wird intensiv darum gerungen, ein verbindliches und weit reichendes Abkommen vorzubereiten, damit die Konferenz zu einem Erfolg für den Klimaschutz wird. Wir veröffentlichen einige aktuelle Kommentare aus deutschen Zeitungen zu dieser Thematik.
Der Klimawandel trifft kleine Inseln ganz besonders und kann verheerende Folgen für die Gesundheit der Menschen, das Land, die Infrastruktur und die Wirtschaft haben. Mehr als 80 Prozent ihrer 1.120 Inseln liegen weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel und machen die Malediven zu einem der am niedrigsten gelegenen Länder der Welt. Der Tourismus macht 27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und die Malediven verknüpfen nun Maßnahmen zum Tourismus mit ihrem nationalen Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel (NAPA).
Jochen Flasbarth, der designierte Präsident des Umweltbundesamtes, plädiert für deutliche Nachbesserungen in der deutschen Klimapolitik. Den Beschluss der Bundesregierung zu den deutschen Klimaschutzzielen bewertete er in einem „Spiegel“-Interview vom 24. August 2009 positiv: „In einem Kraftakt hat die Große Koalition beschlossen, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Da sind wir wirklich weiter als alle anderen Industrieländer.“
„Wasser ist ein wichtiges Medium, durch das die Auswirkungen des Klimawandels spürbar werden.“ So wird in einer Erklärung der „Stockholm Water Week“ (16.-22. August 2009) zur bevorstehende UN-Weltklimakonferenz festgestellt. Deshalb sei ein wirkungsvolles Wassermanagement unverzichtbar für eine Anpassung an den Klimawandel.
Die pazifischen Staaten haben alle Nationen der Welt aufgefordert, ihre klimaschädlichen Emissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 50% zu vermindern. Die ist ein Ergebnis der Tagung des „Pacific Island Forum“, des Zusammenschlusses von 16 Staaten der pazifischen Region, die am 5. und 6. August 2009 in Cairns/Australien stattfand.
Konsequenter Klimaschutz kann ein Weg aus der Wirtschaftskrise sein. Dies macht der neue Bericht "Zur Lage der Welt 2009" des Washingtoner Worldwatch-Instituts deutlich, der unter dem Titel "Ein Planet vor der Überhitzung" in deutscher Ausgabe erschienen ist. Wenige Monate vor der Kopenhagener Weltklimakonferenz gibt der Bericht einen Überblick über die politischen Herausforderungen, mit dem Klimawandel umzugehen.
Rund eine Million Menschen in der südwestlichen Küstenregion Bangladeschs leben mit “Land unter”. Weitere fünf Millionen Menschen und das Ökosystem der Sundarbans, der größte Mangrovenwald der Welt, sind gefährdet, da das Meerwasser nicht abfließt und die Böden versalzen. Die armen Küstenbewohner sind zunehmend vom Wasser eingeschlossen und verlieren den Zugang zu den Ressourcen der Feuchtgebiete.
War es ein Erfolg – oder ein viel zu kleiner Schritt angesichts der Bedrohungen durch den Klimawandel? Beim G8-Treffen in den ersten Julitagen im italienischen L’Aquila einigten sich die acht beteiligten Industriestaaten darauf, ihren Kohlendioxidausstoß bis 2050 um 80% zu vermindern.
Wie wirkt sich der Klimawandel konkret auf die Armen im Süden der Welt aus? Und was kann getan werden, diese Folgen abzumildern? Diesen Fragen wird in einem Buch analysiert, das kürzlich im Kohlhammer Verlag erschienen ist.
Die Ausgabe vom Juni 2009 der Vierteljahreszeitschrift „INKOTA-Brief“ hat den Schwerpunkt „Jahrhundertkrise Klimawandel: Das Versagen der Politik“. In den Beiträgen geht es u.a. um den Klimawandel als Gefahr für Nord und Süd, die Gefährdung der Ernährungssicherheit im Süden, die Verschärfung der Ungleichheit der Geschlechter durch den Klimawandel, die internationalen Klimaverhandlungen, die Anpassungspolitik in Nicaragua und die Suche nach Klimagerechtigkeit in El Salvador.
Der globale Klimawandel hat bereits gravierende Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten, und die Situation wird sich dramatisch verschlechtern, wenn nicht entschiedene Schritte zur Begrenzung des Prozesses ergriffen werden. Dies geht aus der Studie „Global Climate Change Impacts in the United States“ hervor, die Mitte Juni 2009 von der US-Regierung veröffentlicht wurde.
Klimaexperten führender Nichtregierungsorganisationen haben am 8. Juni 2009 bei den UN-Klimaverhandlungen in Bonn einen Entwurf für ein rechtsverbindliches Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls vorgestellt. Der Vorschlag für ein neues "Kopenhagen Abkommen" ist eine Messlatte für die deutsche Regierung und alle Staaten, die bis zum Ende des Jahres den Text für ein neues Klimaabkommen aushandeln müssen.
"Leider sind die Europäische Union und Deutschland immer noch allein auf weiter Flur im internationalen Klimaschutz." Das ist das Resümee von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Abschluss des zweitätigen internationalen Treffens zu Klimaschutz in Paris.
„... in der heutigen Zeit der Globalisierung, die, wie sich nun zeigt, im Guten wie im Schlechten uns alle erfasst, werden Nord und Süd, Ost und West durch die doppelte Gefahr des Klimawandels und der Wirtschaftskrise erstmals in der Neuzeit mit gemeinsamen Problemen konfrontiert.“ Heidemarie Wieczorek-Zeul, deutsche Bundesentwicklungsministerin, und Jean-Louis Schiltz, luxemburgischer Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, haben am 18. Mai 2009 gemeinsam für eine stärkere Unterstützung der Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel appelliert.
Angesichts des raschen Klimawandels ist es unumgänglich, nicht nur Strategien zur umfassenden Emissionsvermeidung zu entwickeln, sondern auch die notwendigen Anpassungsmaßnahmen an die bereits nicht mehr zu vermeidenden Klimawirkungen einzuleiten. Welche Auswirkungen der Klimawandel in Deutschland haben wird, macht der Bericht „Klimawandel und Kulturlandschaft Berlin“ exemplarisch sichtbar.
Die Stadt Kopenhagen ist als 100. Mitglied dem „UNEP Climate Neutral Network“ beigetreten.
„... brauchen wir auf der Klimakonferenz von Kopenhagen im Dezember ein eindeutiges Abkommen. Die Verhandlungen zum Klimaschutz müssen sofort drastisch beschleunigt werden.“ Dies schrieben der UN-Generalsektretär Ban Ki-moon und der frühere US-Vizepräsident Al Gore in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Financial Times Deutschland“ vom 19. Februar 2009.
Mehr als 50 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben am 19. Februar 2009 in einem Offenen Brief an die europäischen Staats- und Regierungschefs klare Zusagen über Finanzhilfen an die Entwicklungsländer gefordert, um ihnen die Anpassung an den Klimawandel zu ermöglichen.
Forscher der Stanford University warnen davor, dass die globale Erwärmung dramatischer ausfällt als erwartet. US-Klimawissenschaftler Chris Field: „Unsere Gesellschaft steht vor einer Klimakrise, die schwerer zu beherrschen ist, als irgendeiner von uns dachte.“
Die internationale Konferenz in der indischen Hauptstadt vom 5.-7. Februar 2009 stand unter dem Thema „Towards Copenhagen: An Equitable and Ethical Approach“ und befasste sich mit Konzepten zur Lösung der Klimaprobleme im Süden der Welt.
Die Friedrich Ebert Stiftung hat im Rahmen ihrer Reihe „Dialogue on Globalization“ ein Papier von Sarah Ganter zum Thema „It’s Sink or Adapt: Financing for Climate Change Adaption“ veröffentlicht.
„Es war eine Veränderung von der Nacht zum Tag“, äußerte Yvo de Boer am 13. Februar 2009 zur Klimapolitik der neuen US-Administration unter Präsident Obama.
Ban Ki-Moon hält intensive Verhandlungen und eine aktive Rolle verschiedener Staaten für erforderlich, damit die Klimakonferenz in Kopenhagen zu einem Erfolg wird.
Was in den westlichen Industriestaaten als gutes Leben gilt, wird auch von den Mittel- und Oberschichten in Ländern wie Indien nachgeahmt, vom Auto bis zur Klimaanlage. Das ist für den IPCC-Vorsitzenden Rajendra K. Pachauri ein Grund dafür, dass die westliche Welt beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen muss.
„Unser Lebensstil muss sich radikal ändern. Schauen Sie. Das Kyoto-Abkommen war gut. Die vereinbarten gut fünf Prozent weniger Emissionen reichen aber langfristig bei weitem nicht aus. Die Wissenschaft macht uns klar: wir brauchen Kürzungen von 80 Prozent, um den Klimawandel zu stoppen.“ Dies äußerte Yvo de Boer, der Exekutivsekretär der UN-Klimaschutz-Einrichtung „United Nations Framework Convention on Climate Change“ in einem Interview, das am 3. Februar 2009 der Süddeutschen Zeitung erschien.