„Das hat die Welt meiner Kinder grundlegend verändert“, sagt Frau Mokgathe mit einem Lächeln. „Sie verwenden jetzt auch mehr Zeit zum Lesen und für ihre Hausarbeiten.“ Allerdings, wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten, und so hat die Mutter jetzt größere Mühe, ihre Kinder abends ins Bett zu bekommen als früher, wo das Dorf abends in Dunkelheit versank. Früher, das war noch vor kurzer Zeit, als es im Dorf Kgope noch keine Elektrizität gab. Kgope liegt 50 Kilometer westlich von Gaberone, der Hauptstadt von Botswana. 80 Prozent der Dörfer des Landes im südlichen Afrika verfügen über keine Elektrizität, und es kann lange dauern, bis in dem großen, aber dünn besiedelten Botswana alle Dörfer an das Stromnetz angeschlossen sind.
Deshalb haben 2006 das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, die Globale Umweltfazilität GEF und die Regierung von Botswana ein gemeinsames „Ländliches Elektrifizierungsprogramm“ zur Einführung von Solarenergie in zunächst 88 Dörfern gestartet. Bisher wurde dort allenfalls mit Batterien elektrisches Licht erzeugt, und das Kochen mit Holz hatte zur Folge, dass im weiten Umkreis der Dörfer die ohnehin kargen Baum- und Buschbestände weiter reduziert wurden. Jetzt sorgen Solarpanele dafür, dass umweltfreundlich und verlässlich Elektrizität erzeugt wird. In den Dörfern wurden Kioske eröffnet, wo die Panele und kleinen Elektrogeräte zu günstigen Preisen verkauft werden.

Das Programm leistet einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Dörfern und zugleich zum Umwelt- und Klimaschutz. Es ist Teil der Bemühungen der Regierung Botswanas, die CO2-Emissionen zu vermindern und die Erzeugung erneuerbarer Energie zu fördern. Damit soll auch die Abhängigkeit des Landes vom Import von Elektrizität und Mineralöl vermindert werden.
Allerdings reichen diese kleinen Panele nicht aus, um den gesamten Energiebedarf abzudecken. Deshalb werden in den Dörfern auch energiesparende Öfen angeboten, die zum Kochen sehr viel weniger Holz benötigen als die früher üblichen offenen Feuer.
Die Erfahrungen in den bisher beteiligten Dörfern wurden 2011 systematisch evaluiert, um das „Ländliche Elektrifizierungsprogramm“ anschließend auf weitere Dörfer auszuweiten. Als Schwächen des bisherigen Programms wurden vor allem ein zu geringes Engagement der staatlichen Stellen und eine unzureichende Beteiligung der örtlichen Bevölkerung diagnostiziert.
Das Ergebnis ist, dass bisher weit weniger Solaranlagen installiert wurden, als zu Beginn des Vorhabens geplant worden war. Aber trotz des langsamen Beginns wird das zunächst bis 2011 geplante Programm bis Ende 2013 fortgeführt und ausgeweitet werden. Dabei werden vor allem Dörfer berücksichtigt, die relativ abgelegen sind und wenig Aussicht haben, in naher Zukunft an die öffentliche Elektrizitätsversorgung angeschlossen zu werden. Familie Mokgathe spart derweil, um sich größere Solarpanele kaufen zu können, die auch für den zusätzlichen Betrieb eines Fernsehers und eines Radios ausreichen.