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Landwirtschaft | 05.07.2010

Viehzüchterfamilien in Ostafrika durch Klimawandel bedroht

Kinder aus einer kenianischen Viehzüchterfamilie, Foto: Security in Mobility„In meinem bisher 80 Jahre dauernden Leben als Viehzüchter war es noch nie so, wie wir es jetzt erleben. Es ist unberechenbar geworden, wann es im Jahr regnet, und es gibt eine starke Abwanderung von Viehzüchtern aus dieser Gemeinschaft in städtische Zentren wie Nairobi sowie Städte in Uganda und anderswo. Die wenigen Tiere, die wir noch haben, die die Dürre überlebt haben, werden von neuen Krankheiten geplagt, die wir bisher gar nicht kannten. Unser Vieh stirbt, und wir wissen nicht warum. Wir fürchten uns sogar davor, das Fleisch zu essen, weil wir Angst davor haben, dass die Krankheiten auf Menschen übertragen werden könnten.“ So beschreibt Bote Bora, nomadisierender Viehzüchter in Kenia, seine Situation. Seine Beobachtungen sind Teil eines gerade erschienenen Berichts zu den Auswirkungen des Klimawandels sowie weiterer ökologischer, wirtschaftlicher und politischer Veränderungen auf Nomaden in Ostafrika.
Verfasst wurde der Bericht von der Initiative „Security in Mobility“, in der verschiedene internationale Organisationen zusammenarbeiten, darunter das UN-Umweltprogramm UNEP und das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten UN-OCHA. Eineinhalb Jahre lang haben sie sich mit der Situation nomadisierender Viehzüchter befasst, die in Kenia und angrenzenden Staaten leben. Die Familien sind seit Jahrhunderten mit ihren Herden über große Entfernungen gezogen, um je nach Jahreszeit die günstigsten Weideplätze zu nutzen. Inzwischen wird es immer schwieriger und oft auch gefährlicher für sie, die Grenzen der in den 1960er Jahren entstandenen Staaten zu überqueren. Das gilt besonders für die Grenzen zu Somalia.

Mobilität soll wieder erleichtert werden

Zu den Problemen der Viehzüchter gehören außerdem eine Verschlechterung der Weidegebiete und eine verstärkte Nutzung bisherigen guten Weidelandes durch Ackerbauern. Angesichts des Klimawandels mit unberechenbaren Wetterverhältnissen und einer wachsenden Zahl extremer Wetterereignisse steigen die Risiken für die Viehzüchterfamilien. Wegen ihrer hohen Mobilität werden sie aber kaum von internationalen und nationalen Hilfsprogrammen erreicht. Dabei litten 2009 als Folge einer Dürre etwa drei Millionen Mitglieder von Viehzüchterfamilien in Kenia und angrenzenden Gebieten an Hunger.
Eine gewisse Verbesserung der Situation der nomadisierenden Viehzüchter wird dadurch erhofft, dass die Mitgliedsstaaten der „Ostafrikanischen Gemeinschaft“, also Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda, die Grenzüberquerungen der Nomaden erleichtern wollen. Es besteht die Hoffnung, dass sich auch andere Staaten der Region dem anschließen werden. „Security in Mobility“ setzt sich dafür ein, dass die Bewegung der Nomaden innerhalb der einzelnen Länder und über Ländergrenzen hinweg sicherer und leichter wird und will die Regierungen dabei beraten. Außerdem engagiert die Initiative sich für nachhaltige Formen der Hilfe für diese Bevölkerungsgruppen.
Mehr Informationen finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.
(Frank Kürschner-Pelkmann)


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