Wenn sich die negativen Auswirkungen von Klimawandel und Umweltschäden in Zukunft verstärken sollten, dann sind die bisherigen sozialen und wirtschaftlichen Erfolge Chinas bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der „China Human Development Report“, der Mitte April 2010 veröffentlicht wurde. Er wurde erarbeitet vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP und der Renmin University of China. Die Kernaussage des Berichts lautet, dass China in den kommenden Jahren die Chance hat, einen Entwicklungsweg einzuschlagen, wirtschaftliche Entwicklung und den Übergang zu einer kohlendioxid-armen Wirtschaftsweise miteinander zu verbinden.
„China befindet sich an einer kritischen Weggabelung, wobei ein ‚business as usual’-Wachstumsmodell nicht ausreichend ist angesichts der aufziehenden Herausforderungen und des Drucks, unter dem das Land steht“, betont Khalid Malik, der UN-Koordinator in China. „Der Wechsel zu einem Weg der kohlendioxid-armen Entwicklung ist von ausschlaggebender Bedeutung in einer Zeit, wo China sich um eine Balance bemüht von weiterer wirtschaftlicher Entwicklung und einer nachhaltigen Umweltpolitik sowie der Notwendigkeit, eine Antwort auf die Bedrohung des Klimawandels zu finden.“
Eine besondere Herausforderung stellt die rasche Urbanisierung in China dar. Es wird geschätzt, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten annähernd 350 Millionen Bewohner der ländlichen Gebiete in die Städte strömen werden. Das macht es erforderlich, energieeffiziente Bauformen zu entwickeln, ebenso elektrische Geräte mit einem niedrigen Stromverbrauch. Zu den Prioritäten muss auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gehören, weil eine rasche Ausweitung der Automobilität zu einem Verkehrschaos und zu unabsehbaren Folgen für die Umwelt und besonders für das Klima führen wird.
Der UN-Bericht macht deutlich, welche Chancen mit einer Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft verbunden sind und zwar von der Schaffung neuer Arbeitsplätze bis hin zu einer größeren internationalen Konkurrenzfähigkeit bei umweltfreundlichen Zukunftstechnologien. Weitere Informationen über diesen Bericht und die Möglichkeit zum Herunterladen der PDF-Version finden Sie
hier. (FKP)