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Vereinte Nationen & int. Organisationen | 17.12.2009

Ban Ki-moon: Die Chance, den Lauf der Geschichte zu ändern

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Foto: UNAuf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sind am Dienstag die Beratungen auf Ministerebene offiziell eröffnet worden. „Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, was die Welt erwartet“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in seiner Eröffnungsansprache vor den Delegierten aus 192 Staaten. „Unsere Aufgabe ist es, hier und jetzt, in unserem gemeinsamen Interesse eine Vereinbarung zu erreichen.“

Jetzt gebe es die Chance, „den Lauf der Geschichte zu ändern“, den Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern und die zu schützen, die diesen Schutz am dringendsten brauchen. Der UN-Generalsekretär formulierte die folgenden fünf Erwartungen an die Konferenz: ehrgeizigere mittelfristige Ziele der Industriestaaten für einen geringeren Kohlendioxid-Ausstoß, größere Anstrengungen der Entwicklungsländer, die Zunahme ihrer Emissionen zu begrenzen, Regelungen zur Anpassung an Klimafolgen, finanzielle und technische Unterstützung und ein transparentes, faires Verfahren, "in dem alle Staaten eine Stimme haben". All dies müsse so schnell wie möglich in einem rechtlich bindenden Klimaabkommen festgelegt werden. "Unsere Zukunft beginnt heute", sagte Ban. „Niemand wird alles bekommen, was er in diesen Verhandlungen erhofft. Aber wenn wir zusammenarbeiten und einen Vertrag abschließen, wird jeder das bekommen, was er benötigt.“

Man könne nicht alle Probleme erst in letzter Minute lösen, also erst dann, wenn am Freitag die Staats- und Regierungschefs tagen, mahnte Ban Ki-moon. Die Minister aus aller Welt sollen die Dokumente soweit verhandeln, dass man den über 110 Staats- und Regierungschefs einen möglichst unterschriftsreifen Entwurf eines Abkommens vorlegen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Staaten von „maximalistische“ Verhandlungspositionen abrücken und „unvernünftige“ Forderungen aufgeben. Ban Ki-moon betonte: „Wir haben kein weiteres Jahr, um zu verhandeln, die Natur verhandelt nicht.“   

Mehr Finanzmittel benötigt

In einem Pressegespräch am Mittwoch stellte der UN-Generalsekretär heraus, wie wichtig die Unterstützung armer Länder bei der Anpassung an die nicht mehr zu vermeidenden Folgen des Klimawandels ist. Er forderte „ausreichend finanzielle und technologische Unterstützung für die Entwicklungsländer und besonders die verletzlichsten Staaten“. Ohne eine solche Unterstützung könne die Kluft zwischen entwickelten und weniger entwickelten Ländern nicht überwunden werden. Er betonte außerdem die Wichtigkeit einer „verbindlichen Verpflichtung der entwickelten Länder, eine langfristige finanzielle Unterstützung bereitzustellen. Auch sollten die Grundlagen für den Mechanismus oder die Mechanismen für die Bereitstellung der finanziellen Unterstützung formuliert werden“. 

Ende der Schuldzuweisungen gefordert

Der UN-Generalsekretär hatte schon bei seiner Ankunft in Kopenhagen ein Ende der Schuldzuweisungen gemahnt: „Es ist jetzt an der Zeit, nicht länger mit dem Finger aufeinander zu zeigen.“ Er richtete diesen Appell an die Adresse der Vertreter der reichen und armen Länder. Statt zu streiten, sollten die Staaten ihre Klimaziele heraufschrauben und so die stockenden Verhandlungen retten. Beide Seiten müssten ambitioniertere Angebote auf den Tisch legen. Ban Ki-moon erklärte, er sei weiter vorsichtig optimistisch, dass es ein erfolgreiches Ergebnis geben werde. (Frank Kürschner-Pelkmann)


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