„... in der heutigen Zeit der Globalisierung, die, wie sich nun zeigt, im Guten wie im Schlechten uns alle erfasst, werden Nord und Süd, Ost und West durch die doppelte Gefahr des Klimawandels und der Wirtschaftskrise erstmals in der Neuzeit mit gemeinsamen Problemen konfrontiert.“ Heidemarie Wieczorek-Zeul, deutsche Bundesentwicklungsministerin, und Jean-Louis Schiltz, luxemburgischer Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, haben am 18. Mai 2009 gemeinsam für eine stärkere Unterstützung der Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel appelliert. „Die Menschen in den Entwicklungsländern, die am wenigsten zu Treibhausgasemissionen und zur Bankenkrise beigetragen haben, werden von der Erderwärmung, der wirtschaftlichen Krise und dem daraus entstehenden sozialen Elend am stärksten betroffen sein.“
Im Hinblick auf die im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfindende UN-Klimakonferenz machen sie darauf aufmerksam, dass die zusätzlichen Lasten für Entwicklungsländer bei der Emissionsminderung und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels durch eine verstärkte Unterstützung aus den Industrieländern abgefedert werden müssen. „Auf dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise wird der Erfolg der Konferenz von Kopenhagen im Wesentlichen daran gemessen, inwieweit es uns gelingt, den Klimawandel und die weltweite Armut als eng miteinander verknüpfte Herausforderungen anzuerkennen, die – beim Ausbleiben wirksamer Gegenmaßnahmen – unausweichlich bedrohliche Folgen für unsere Gesellschaften auf der ganzen Welt mit sich bringen. Weil wir uns nachdrücklich zur internationalen Solidarität bekennen und verstanden haben, dass unsere eigene Zukunft auf dem Spiel steht, dürfen wir neuen Ideen nicht ausweichen und müssen uns die nachhaltige Entwicklung endlich als gemeinsames Anliegen auf die Fahnen schreiben.“
Die Minister Wieczorek-Zeul und Schiltz fordern mit Nachdruck, das bestehende EU-Versprechen einzulösen, die öffentliche Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern und diskutieren eine weitere Steigerung bis 2020, die wegen der klimabezogenen Investitionen in Entwicklungsländern erforderlich wird.
Eine Pressemitteilung und den Text des Appells der Minister finden Sie
hier.