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Aktiv werden | 19.05.2009

„Rußfrei fürs Klima - Kein Diesel ohne Filter“

Am 19. Juni 2009 findet im Rahmen der Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ ein wissenschaftlicher Workshop in der Bundesgeschäftsstelle des NABU in Berlin statt, bei dem es um die Klimawirksamkeit von Rußpartikeln gehen soll. Dort werden u.a. Mark Z. Jacobson von der Stanford University in Kalifornien und Dr. Eva Bauer vom Potsdam-Institut für Klimaforschung in Vorträgen die Effekte von Rußpartikeln zum Beispiel auf die arktische Region darstellen. Weitere Informationen zum Workshop gibt es bei der Deutschen Umwelthilfe in Berlin (grass(at)duh.de). 

Feinste Rußpartikel aus der unvollständigen Verbrennung von Dieselkraftstoffen sind nicht nur verantwortlich für schwere Gesundheitsschäden beim Menschen insbesondere in den Ballungszentren. Sie verstärken auch maßgeblich die Klimaerwärmung insbesondere auf der Nordhalbkugel. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) starteten deshalb im März 2009 eine bundesweite Kampagne zur Minderung des Klimawandels durch Dieselruß. Ziel des Aktionsbündnisses „Rußfrei fürs Klima - Kein Diesel ohne Filter“ ist eine praktisch vollständige Reinigung der Rußemissionen aus Dieselmotoren im Verkehr (Pkw, Nutzfahrzeuge, Bahn, Schifffahrt) und in stationären Anwendungen (Industrie, Baumaschinen).

Die Kampagne stützt sich auf jüngere Forschungsergebnisse, die insbesondere mit dem Namen des US-amerikanischen Klimaforschers James Hansen, Direktor des NASA Goddard-Instituts für Weltraumstudien, verbunden werden. Hansen erläuterte anlässlich der Auftaktpressekonferenz in Berlin, drei Wirkungen der Rußpartikel, die sämtlich zu einer Verstärkung der treibhausgasbedingten Klimaerwärmung insbesondere in der Arktis führen und so auch den globalen Klimaeffekt anheizen. Zum einen bewirkt ihre Ablagerung einen „Grauschleier“ auf den arktischen Eisflächen, der die Reflexion des Sonnenlichts reduziert und so das Abschmelzen des Meereises beschleunigt. Außerdem heizen sich die schwarzen Teilchen im Sonnenlicht auf, erwärmen direkt ihre Umgebung und beeinflussen zudem die Wolkenbildung mit der Folge einer weiträumigen Veränderung der Niederschlagsverhältnisse.

Hansen fürchtet vor allem, dass mit dem rasanten Rückgang des Meereises in der Arktis in naher Zukunft ein so genannter „Tipping-Point“ erreicht wird, also eine Situation, in der die großflächige Eisschmelze zu einer zusätzlichen Erwärmung des - im Vergleich zu Eis und Schnee dunklen - umgebenden Meeres führt. Hansen: „Die Situation gerät außer Kontrolle und die Rückwirkungen werden sich nicht auf die Arktis oder die nördliche Hemisphäre beschränken.“

Ein Erfolg der Kampagne verspricht eine doppelte Dividende: Die gesundheitsgefährdende Belastung mit Feinstaub nimmt ab und die arktische Eisschmelze und die durch sie ausgelöste zusätzliche Erwärmung kann - in vergleichsweise überschaubaren Zeiträumen - erheblich vermindert werden.

Weitere Informationen zur Kampagne erhalten Sie u.a. bei Dietmar Oeliger, Referent Verkehrspolitik des NABU (Dietmar.Oeliger(at)nabu.de). (FKP)


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