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Politik und Gesellschaft | 10.02.2009

Gipfelkonferenz für Nachhaltige Entwicklung in Delhi

„Die ganze Welt ist eine einzige große Familie“, erklärte der indische Premierminister Manmohan Singh bei der Eröffnung der „Delhi Gipfelkonferenz für Nachhaltige Entwicklung“. Er zitierte damit eine alte Sanskrit-Weisheit und wollte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens so die Notwendigkeit nahe bringen, nach gemeinsamen Lösungen für die globalen Klimaprobleme zu suchen. Er beließ es aber nicht bei dem Rückgriff auf historische Weisheiten, sondern ging auch auf ganz konkrete Herausforderungen zum Klimaschutz ein: „Wir benötigen technologische Innovationen zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der Industrie und in anderen Verbrauchsbereichen. Wir benötigen massives Handeln zur Wiederaufforstung, zum Schutz vor Dürren und ebenso vor Fluten. Wir müssen etwas tun, um unsere Küstenregionen zu schützen. Wir brauchen Maßnahmen, um die Gletscher zu erhalten, die unsere Flüsse mit Wasser versorgen.“

Das „Delhi Sustainable Development Summit“ wird seit 2001 jährlich in der indischen Hauptstadt durchgeführt und soll zu einem Wissensaustausch und zu Diskussionen über unterschiedlichste Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung anregen. Der besondere Akzent liegt dabei auf den Problemen und Lösungskonzepten im Süden der Welt. An den Konferenzen nehmen jeweils Staatsoberhäupter, Minister, Nobelpreisträger, Wissenschaftler, Unternehmer und Entwicklungsfachleute aus über 60 Ländern teil. Die Konferenz vom 5.-7. Februar 2009 stand unter dem Thema „Towards Copenhagen: An Equitable and Ethical Approach“ (Auf dem Weg nach Kopenhagen: Ein gerechter und ethischer Ansatz).

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan betonte auf der Konferenz, dass der Klimawandel die ganze Erde bedroht, dass die Entwicklungsländer aber besonders stark die Folgen tragen müssen. Nach dem Verursacherprinzip müssten diejenigen für den größten Teil der Kosten aufkommen, die den Klimawandel verursacht haben.

Diese Argumentation wurde von Professor Jeffrey D. Sachs, dem Direktor des Earth Institute und Berater des UN-Generalsekretärs, vertieft: „Die Armen sind gegenüber dem Druck durch ökologische Veränderungen besonders verletzlich, weil sie keine Rücklagen besitzen, kaum eine Stimme in der Politik haben und über kein Kapital verfügen, um Anpassungsmaßnahmen zu finanzieren und Folgen der Veränderungen abzufedern.“ Einen positiven Akzent brachte der indische Außenminister Pranab Mukherjee in die Konferenz ein: „Der Klimawandel ist in der Tat eine Gefahr, aber er bietet auch eine einzigartige Möglichkeit zur Zusammenarbeit.“ (FKP)


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