Wirtschaft, Aktiv werden | 06.04.2009
Verbraucherengagement fürs Klima
Die deutschen Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Das kann nur gelingen, wenn sich jeder Einzelne dafür einsetzt. Die neue Verbraucherallianz „fürs Klima“ tritt gegenüber Wirtschaft und Politik für bessere Rahmenbedingungen ein, damit Verbraucherinnen und Verbraucher klimaschonendes Haushalten und Konsumieren ohne Hürden umsetzen können. Dazu müssen die Hersteller mehr klimaverträgliche Produkte entwickeln, der Handel noch mehr klimafreundliche Produkte ins Verkaufssortiment nehmen. Gegen unlautere Werbung mit Klimaargumenten nutzt die Verbraucherallianz ihre juristischen Möglichkeiten.
Der Verbraucherallianz unter Federführung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes gehören die 16 Verbraucherzentralen der Bundesländer, der Deutsche Mieterbund (DMB), der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Germanwatch, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (BAGSO) sowie der VerbraucherService (VS) im Deutschen Katholischen Frauenbund an. Ein Schwerpunkt des Projektes wird auf dem Bereich Mobilität liegen.
Die Verbraucherallianz klärt die Verbraucher über ihre Möglichkeiten und Chancen beim Klimaschutz auf. Informationen bieten die Verbände in Veranstaltungen, über bundesweite Aktionen, Bildungsangebote, mit einer Klimaberatung und einer detaillierten Untersuchung des Verbraucherverhaltens. Schwerpunkte der Arbeit sind klimaverträgliche Mobilität, klimaschonende Ernährung und Finanzanlagen, die eine ökologische Unternehmenskultur fördern. Bis zum Sommer 2009 wird das Internetangebot der Kampagne erweitert, dann machen interaktive Filme, eine Online-Beratung und viele Tipps Lust auf Klimaschutz im Alltag.
Auf der Seite sind bereits eine Reihe von Informationen zum Klimaschutz sowie Tipps zur Verminderung der Kohlendioxidemissionen zu finden. Hier 12 Tipps zum Thema "So sparen Sie CO2:
Das A und O des Klimaschutzes ist das Einsparen von Energie. Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs entfällt in Deutschland auf Privathaushalte. Deshalb ist jeder Einzelne gefragt, zum Klimaschutz beizutragen.
- Kühl- und Gefrierschränke können wahre Stromfresser sein. Wie alt sind Ihre Geräte? Mit neuen stromsparenden Geräten der Energieeffizienzklasse A++ können Sie leicht etwas fürs Klima tun und dabei noch Geld sparen.
- Öfter mal Abschalten! Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Stand-by. Praktisch sind Steckerleisten, die mehrere Geräte gleichzeitig vom Strom trennen.
- Schon kleine Dinge zeigen Wirkung: Mit Energiesparlampen können Sie im Vergleich zu konventionellen Glühlampen bis zu 80 Prozent Strom einsparen.
- Auch wie wir uns ernähren, beeinflusst das Klima. Wenn Sie weniger Rindfleisch essen, schonen Sie die Umwelt. Denn Rinder liefern nicht nur Fleisch, sondern beim Wiederkäuen auch das Treibhausgas Methan.
- Für Schweine werden große Menge Futtermittel aus Südamerika eingeführt. Um die dafür erforderlichen Flächen zu schaffen, wird häufig unersetzbarer Regenwald gerodet. Orientieren Sie sich an der mediterranen Küche – die schmeckt und kommt mit wenig Fleisch aus.
- Jedes zu seiner Zeit, nicht alles zu jeder Zeit! Wer nach dieser Devise Obst und Gemüse auswählt, ist auf der klimasicheren Seite. Wer beim Einkauf auf die Saison achtet und aus der Region kauft, hilft CO2 einzusparen.
- Wenn Sie mit Einkaufszettel und -tasche einkaufen gehen, vermeiden Sie doppelt Müll - die Plastiktüte und überflüssige Lebensmittel. Auf unnötige Verpackungen zu verzichten, ist gar nicht so schwer.
- Fahren Sie vor allem Kurzstrecken mit dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß. Jeder nicht gefahrene Auto-Kilometer spart rund 0,4 kg CO2.
- Spritsparen ist Klimaschutz: Achten Sie bei ihrem Auto auf den richtigen Reifendruck und vermeiden Sie unnötigen Ballast im Kofferraum. Schalten Sie schnell und fahren Sie vorausschauend – auch das mindert den Ausstoß von CO2.
- Große Autos sind oft Spritschlucker: Wählen Sie beim Autoneukauf einen Wagen mit sehr niedrigem Benzinverbrauch. Damit schonen Sie die Umwelt und sparen einiges an Geld.
- Vermeiden Sie spontane Einkäufe und berücksichtigen Sie die wahrscheinliche Lebensdauer von Produkten. Kann das Gerät gegebenenfalls repariert werden? Folgen Sie mit Ihrem Schnäppchen einer schnelllebigen Mode oder haben Sie wirklich lange etwas davon?
- Konsumieren Sie strategisch. Das bedeutet, informiert zu sein, sich bewusst für klimaverträgliche Produkte zu entscheiden und dabei langfristig zu denken. Mit ihrer Kaufentscheidung üben Sie Druck auf Anbieter und Politik aus!
Weitere Informationen finden Sie
hier. (FKP)