Zur Homepage: Klimawandel bekämpfen

Aktiv werden | 18.11.2009

Das Klimakochbuch

Titelseite des Kochbuches„Klimafreundlich einkaufen, kochen und genießen“ lautet der Untertitel des schön gestalteten Buches „Das Klimakochbuch“, das die BUND-Jugend zusammengestellt hat. Das „genießen“ kommt nicht zu kurz in einer Veröffentlichung, die Appetit machen will, „Neues zu probieren“. Das Thema Essen ist klimarelevant, denn 20% der Treibhausgase entstehen in Deutschland in Zusammenhang mit der Erzeugung, der Verarbeitung, dem Transport, der Vermarktung und der Zubereitung von Lebensmitteln sowie der Abfallbeseitigung.

Zu den Tipps zum klimafreundlichen Genießen gehören zum Beispiel weniger Fleisch zu essen, Biolebensmittel zu kaufen, saisonales Obst und Gemüse auszuwählen und Lebensmittel von regionalen Erzeugern zu bevorzugen. Manche Tipps sind umweltbewussten Köchinnen und Köchen bekannt, aber zu vielen Themen gibt es fundierte und gut verständliche Argumente und Hintergrundinformationen. So wird zum Beispiel die Annahme relativiert, dass Lebensmittel, die große Entfernungen zurückgelegt haben, auf jeden Fall klimaschädlicher sind als Produkte aus Nachbarländern:

„Für die Klimabilanz ist außerdem relevant, mit welchem Transportmittel die Lebensmittel zum Verbrauchsort gebracht werden. So hat ein Apfel aus Neuseeland, der per Schiff in Hamburg ankommt und dort gegessen wird, weniger Transportemissionen verursacht als ein Apfel, der mit dem Lkw von Italien nach Hamburg transportiert wurde. Denn das Schiff ist das energieeffizienteste Transportmittel, und in Neuseeland musste keine Energie für ein Kühlhaus aufgebracht werden.“

In dem Kochbuch wird außerdem darauf verwiesen, dass bis zu 50% der Lebensmittel-Transport-Emissionen auf dem Weg zum Einkauf entstehen. Wer also mit dem Geländewagen zum Großmarkt am Stadtrand fährt, um drei Kilo Gemüse zu kaufen, trägt mehr zur negativen Klimabilanz bei als landwirtschaftliche Betriebe und Gemüsetransporteure.   

Plädoyer für das Einmachglas

Lesenswert sind auch die Abschnitte über Fairtrade, die Bewertung von Tiefkühlkost, Slow Food sowie das Energiesparen in der Küche. Viele überraschen wird das Plädoyer für das Einmachglas im letzten Teil des Buches.

Unter den 55 Rezepten des Buches sind zum Beispiel: Kreuzberger Vorspeisenteller, Kürbiscreme-Suppe mit Curry, Gnocchi mit Spitzkohl und Veganes Tiramisu. Viele der Rezepte sind mit Fotos versehen, die schon beim Anschauen den Appetit wachsen lassen. Fazit: Klimaschutz kann sehr schmackhaft sein. (Frank Kürschner-Pelkmann)

Julia Balz u.a. (Hrsg.): Das Klimakochbuch, Franck-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2009, 128 Seiten, 12,95 Euro