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		<title>News: Klimawandel bekämpfen</title>
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		<description>von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.</description>
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			<title>News: Klimawandel bekämpfen</title>
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		<lastBuildDate>Sat, 06 Feb 2010 22:15:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Eine falsche Jahreszahl löst Konflikte aus</title>
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			<description>Debatte über Fehler im Klimaratsbericht
In seinem letzten Sachstandsbericht hat der internationale Klimarat IPCC eine falsche Jahresangabe über das zu befürchtende Abschmelzen der letzten Gletscher des Himalaja wiedergegeben. Diese Tatsache selbst ist inzwischen unbestritten, aber das hat die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Debatte über Fehler im Klimaratsbericht</strong></p>
<p class="bodytext"><img alt="IPCC-Vorsitzender Rajendra Pachauri, Foto: UN" title="IPCC-Vorsitzender Rajendra Pachauri, Foto: UN" class="layout-2" src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/Pachauri.jpg" style="width: 140px; height: 200px; float: left;" />2035 – diese Zahl taucht immer wieder auf, wenn in den letzten Tagen in den Medien die Arbeit des Weltklimarats IPCC (International Panel on Climate Change) kritisiert wurde. Anlass ist, dass im mehrere Tausend Seiten umfassenden Sachstandsbericht aus dem Jahre 2007 aufgeführt wird, dass ein Abschmelzen der Himalaja-Gletscher bis zum Jahre 2035 zu befürchten ist. </p>
<p class="bodytext">Inzwischen ist unbestritten, dass die Zahl jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Die Zahl geht auf den indischen Gletscherfachmann Syed Hasnain zurück. Der Wissenschaftler hat die Zahl 2035 für das Verschwinden der Himalaja-Gletscher 1999 in einem Interview mit der Zeitschrift „New Scientist“ genannt. Die Zahl wurde 2005 in einen WWF-Bericht aufgenommen und hat auf diesem Wege Eingang in den IPCC-Sachstandsbericht gefunden. </p>
<p class="bodytext">Der verantwortliche Autor des betreffenden Abschnitts des IPCC-Berichtes, der indische Glaziologe Murari Lal, äußerte nach Bekanntwerden des Fehlers gegenüber der Zeitschrift „New Scientist“, dass er es „absolut zurückweise“, dass der IPCC im Blick auf die Angaben zum Himalaja nicht die Richtlinien eingehalten habe: „Die IPCC-Autoren haben exakt das getan, was von ihnen erwartet wurde.“ Er fügte hinzu: „Der Fehler, wenn es einen gab, lag ausschließlich in Dr. Hasnains Aussage, und nicht bei den IPCC-Autoren.“ Hasnain wies dies umgehend zurück. Er betonte, dass er die Behauptung nie wiederholt und in keinen einzigen wissenschaftlichen Aufsatz aufgenommen habe. Im Nachhinein bezeichnet er die Jahresangabe als „spekulativ“.</p>
<p class="bodytext">IPCC hat inzwischen den Fehler eingeräumt und sich für die falsche Zahl entschuldigt. Manche Kritiker fordern nun aber, dass sich der indische IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri persönlich dafür entschuldigen müsse, dass das internationale Gremium unter seiner Leitung die falsche Zahl in den Bericht aufgenommen habe. Das lehnt Pachauri ab. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung „Gaurdian“ erklärte er: „Sie können nicht von mir erwarten, für jedes Wort in einem 3000 Seiten langen Bericht persönlich verantwortlich zu sein.“ </p>
<p class="bodytext">Eine persönliche Entschuldigung halte er für heuchlerisch und populistisch. Pachauri ist in der Vergangenheit häufig heftig von den so genannten „Klima-Skeptikern“ sowie Lobbyisten angegriffen worden. Die Berichte über die falsche Zahl sind auf den Websites von „Klima-Skeptikern“ ausführlich wiedergegeben worden.</p>
<h2><strong>Viele Beteiligte an der IPCC-Arbeit</strong></h2>
<p class="bodytext">IPCC ist eine zwischenstaatliche Einrichtung, die mit Unterstützung des UN-Umweltprogramms UNEP und der Weltorganisation für Meteorologie WMO tätig ist. IPCC führt keine eigene Klimaforschung durch, sondern wertet den Stand der wissenschaftlichen Klimaforschung aus, bewertet Forschungsberichte und Aufsätze (auch die „graue Literatur“ zu Klimafragen) und erarbeitet daraus umfangreiche Sachstandsberichte. Der vierte Sachstandsbericht erschien 2007. An diesem Bericht arbeiten mehr als 450 so genannte „Lead Authors“ sowie mehr als 800 „Contributing Authors“ aus insgesamt 130 Ländern mit. Sie arbeiten ehrenamtlich, und es werden ihnen lediglich die Reisekosten erstattet. </p>
<p class="bodytext">Studien und Beiträge, deren Ergebnisse in die IPCC-Berichte einfließen, werden vorher kritisch bewertet. Die einzelnen Abschnitte des Berichtes werden dann von jeweils mehreren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegengelesen und die Fakten und Bewertungen überprüft. Die Berichtsentwürfe werden anschließend zur Überprüfung und Kommentierung an zahlreiche Fachleute gesandt. Zum letzten IPCC-Berichtsentwurf gingen 90.000 Kommentare von mehr als 2.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein.</p>
<p class="bodytext">Aus den umfangreichen wissenschaftlichen Berichten werden „Summeries for Policy Makers“ (Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger) erarbeitet, in denen die wichtigsten Daten und Trends zusammengefasst werden. Erfahrungsgemäß versuchen verschiedene Regierungen – zum Teil massiv – auf die Zusammenfassungen Einfluss zu nehmen, weil diese und nicht die umfangreichen detaillierten Berichte zur Grundlage für die weitere internationale Klimadebatte werden. </p>
<h2><strong>Hauptstreitpunkte in einem komplexen Konflikt</strong></h2>
<p class="bodytext">Ein Streitpunkt im aktuellen Fall ist, wer zu welchem Zeitpunkt gewusst hat, dass die falsche Zahl im Bericht steht. Nach Angaben des „Tagesspiegel“ vom 1.2.2010 hat der österreichische Glaziologe Georg Kaser den Fehler kurz vor der Drucklegung des Berichts entdeckt und gemeldet. Die falsche Zahl sei aber nicht korrigiert worden. Die britische „Times“ berichtete, Pachauri habe schon vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen von der falschen Zahl gewusst, diese aber nicht öffentlich korrigiert, um kurz vor den entscheidenden Klimaverhandlungen ein solches peinliches Eingeständnis zu vermeiden. Im November 2009 äußerte der indische Forscher Vijay Kumar in der angesehenen Fachzeitschrift „Science“ Zweifel an der Behauptung, die Gletscher des Himalaja würden bis 2035 verschwinden. </p>
<p class="bodytext">Eine Rolle spielen in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen erneut die im letzten Jahr gestohlenen und veröffentlichten E-Mails britischer Klimaforscher, die am letzten IPCC-Bericht beteiligt waren. In den E-Mails tauschten sich diese Wissenschaftler darüber aus, wie der Einfluss von Wissenschaftlern zurückgedrängt werden kann, die als „Klimaskeptiker“ die Verursachung des Klimawandels durch die Menschen leugnen oder als gering einschätzen. </p>
<p class="bodytext">In den letzten Tagen berichteten Medien über vermeintliche oder tatsächliche weitere Fehler im letzten IPCC-Bericht, u.a. hinsichtlich der Klimazusammenhänge in der Amazonasregion, dem Zusammenhang von Klimawandel und Naturkatastrophen und der Verlässlichkeit von Klimamodellen. Außerdem wird die Verwendung von „grauer Literatur“ hinterfragt. Ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht, bleibt umstritten. Für die einen belegt diese Kritik die Vorbehalte gegenüber der Zuverlässigkeit der IPCC-Berichte, während andere in den nun nachgeschobenen Vorwürfen ein Anzeichen dafür sehen, dass gegenwärtig eine gezielte Kampagne gegen den IPCC und seine für manche unbequemen Berichte stattfindet. </p>
<p class="bodytext">Die Debatte wird dadurch kompliziert, dass das indische „Institut für Energie und Ressourcen“ (Teri), das von Pachauri geleitet wird, Mitte Januar 2009 einen Auftrag für die Gletscherforschung im Himalaja in Höhe von einer halben Million Dollar aus den USA und der EU erhielt. Es bestand also, so die Gegner Pachauris, ein Interesse des Institutsdirektors daran, die falsche Angabe nicht vor Vertragsabschluss bekannt werden zu lassen. Jegliche Interessenkollision wird von Pachauri vehement bestritten. Dass Syed Hasnain, also der Wissenschaftler, der die Zahl 2035 für das Verschwinden der Himalaja-Gletscher ursprünglich verbreitet hatte, nun als Gletscherexperte in dem von Pachauri geleiteten Institut arbeitet, erscheint nicht geeignet, neues Vertrauen zu schaffen.</p>
<h2><strong>Kontroversen in Indien </strong></h2>
<p class="bodytext">Der Konflikt hat also auch eine innerindische Dimension. Dafür ein weiteres Beispiel: Pachauri hat sich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (erschienen am 29.1.2010) kritisch über die indische Gletscherforschung geäußert: „Unsere Aufgabe ist es doch, in unseren Berichten die wissenschaftlichen Daten aus den besten Quellen zu bewerten. Aber sehen Sie sich doch den Umfang der Gletscherforschung in meinem Land an. Das ist erbärmlich.“ </p>
<p class="bodytext">Solche Kritik ist Teil einer schon seit einiger Zeit geführten Auseinandersetzung zwischen Pachauri und dem indischen Umweltminister Jairam Ramesh. Die indische Regierung hatte 2007 erfolgreich dagegen protestiert, dass in die Zusammenfassung des Sachstandsberichts aufgenommen wurde, dass die Gletscher des Himalaja schneller schmelzen würden als andere Gletscher auf der Welt. Auch die Zahl 2035 wurde auf indischen Druck aus der Zusammenfassung getilgt.</p>
<p class="bodytext">Im November 2009 veröffentliche Umweltminister Ramesh einen Forschungsbericht des indischen Glaziologen Vijay Raina, in dem Zweifel am Schrumpfen der Himalaja-Gletscher als Folge des Klimawandels angemeldet werden. Bei der Präsentation des Berichtes äußerte der Umweltminister laut britischem „Guardian“ (9.11.2009): „Es gibt keine abschließenden wissenschaftlichen Beweise für eine Verbindung zwischen globaler Erwärmung und dem, was in den Gletschern des Himalajas passiert.“ Der Minister fügte laut indischen Presseberichten hinzu, dass sich zwar einige Gletscher zurückziehen würden, aber dies sei nicht „historisch alarmierend“. </p>
<p class="bodytext">Umgehend reagierte Pachauri mit der Stellungnahme: „Wir haben eine sehr klare Vorstellung von dem, was vor sich geht. Ich weiß nicht, warum der Minister diese substanzlose Forschung unterstützt. Es ist eine extrem arrogante Erklärung.“ An anderer Stelle sprach Pachauri im Blick auf den Bericht des Umweltministeriums von „Vodoo Wissenschaft“. </p>
<p class="bodytext">So kam es nicht vollkommen überraschend, dass der indische Umweltminister Ramesh die internationale IPCC-Kritik nutzte, um Pachauri seinerseits anzugreifen. Der Minister erklärte am 4. Februar: „Wir können nicht nur von IPCC abhängig sein.“ Im indischen Fernsehen äußerte er sich so zur IPCC-Arbeit: „Es gab Patzer bei den Gletschern, es gab Patzer beim Amazonas, es gab Patzer bei den Schneekappen mancher Berge, aber das IPCC ist ein verantwortungsbewusstes Gremium.“ Als Unterstützung des indischen IPCC-Vorsitzenden war diese Erklärung nicht anzusehen. </p>
<p class="bodytext">Bei dieser Gelegenheit kündigte der Minister die Gründung eines indischen Klimarats im Stil des IPCC an. In diesem Zusammenhang soll ein indisches Institut für Gletscherforschung am Himalaja gegründet werden. Da Pachauris Institut wie erwähnt gerade ein Forschungsprojekt zu den Gletschern im Himalaja begonnen hat, sind weitere innerindische Konflikte zu erwarten. </p>
<p class="bodytext">Am folgenden Tag bekam Pachauri dann doch noch Unterstützung aus seiner Heimat. Der indische Premierminister Mammohan Singh meldete sich zu Wort und erklärte: „Lassen Sie mich erneut bekräftigen, dass Indien volles Vertrauen in den IPCC-Prozess und seine Führung hat und dies auf jede Weise unterstützen wird.“ Danach äußerte sich der indische Umweltminister erneut und betonte, dass die indische Regierung Pachauri „voll und ganz“ unterstütze. </p>
<p class="bodytext">Neuen Konfliktstoff liefert allerdings die Ankündigung des indischen Umweltministers, man werde den IPCC-Vorsitzenden Pachauri bei den kommenden IPCC-Treffen von einem „Beobachter“ begleiten lassen, der an dem Prozess der Erarbeitung der IPCC-Berichte mitwirken soll. Die indische Regierung werde hierfür Fachleute auswählen. Als erster Fachmann wurde ein Berater des indischen Umweltministeriums benannt. Umweltminister Ramesh betonte, die IPCC-Regeln ließen es zu, dass der Vorsitzende von einem Wissenschaftler oder einer Wissenschaftlerin aus seinem Heimatland begleitet werde. Er fügte laut der indischen Tageszeitung „The Telegraph“ vom 5. Februar 2010 hinzu: „Wir senden ihn nicht als Polizisten – er wird beobachten, Netzwerke knüpfen und zu diesem Prozess beitragen.“ </p>
<h2><strong>Kritik aus Deutschland</strong></h2>
<p class="bodytext">In deutschen Zeitungen wurde auffällig häufig Hans von Storch als einziger namentlich genannter Kritiker von Pachauri zitiert. Von Storch ist Leiter des Instituts für Klimaforschung des Forschungszentrums GKSS in Geesthacht bei Hamburg. Gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern aus dem angelsächsischen Raum fordert er in einer „Petition“ den Rücktritt Pachauris und das u.a. mit diesen Worten: „Er hat nicht verstanden, dass man sich als wissenschaftlicher Berater aus dem politischen Prozess, den man berät, heraushalten sollte.“ </p>
<p class="bodytext">Die massive Kritik an Pachauri wird von bekannten deutschen Klimaforschern wie Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut) und Stefan Rahmstorf (Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung) so nicht geteilt. Rahmstorf betonte, es könnten immer Fehler passieren, die bei der Begutachtung übersehen würden. Er ging deutlich auf Distanz zu von Storch: „Von Storch ist seit Jahren dafür bekannt, dass er gern in den Medien ist und politische Forderungen stellt.“ </p>
<p class="bodytext">Rahmstorfs weitere Aussagen werden im „Tagesspiegel“ so wiedergegeben: „Die Fachkollegen würden das nicht so ernst nehmen. Er habe von keinem gehört, die die Forderung (nach dem Rücktritt Pachauris) unterstütze.“ Rahmstorf fügte hinzu: „In der Öffentlichkeit entsteht dadurch aber ein verzerrtes Bild.“ Von Storch selbst musste im Blick auf die Petition mit der Rücktrittsforderung einräumen: „Offiziell haben wir vorerst keine weiteren Unterstützer gefunden.“ Er habe aber mit diversen internationalen Leitautoren der Arbeitsgruppe I des IPCC gesprochen und keiner habe Vertrauen in Pachauri geäußert. </p>
<p class="bodytext">In einem Beitrag im Deutschlandradio am 1. Februar wurde von Storch als „ausgewiesener Kritiker des IPCC“ bezeichnet – wobei in dem Beitrag zum Ausdruck kam, dass der Wissenschaftler die Auffassung vertrete, dass die Fehlerdiskussion nicht an der Tatsache verändere, dass sich das Klima unter menschlichem Einfluss erwärme.</p>
<p class="bodytext">Beunruhigen kann ein Kommentar von Jürgen König, den die „Zeit“ am 1. Februar ins Internet stellte. Darin wird eine ausgesprochen negativ gefärbte Zusammenfassung der Kritik am IPCC und seinem Vorsitzenden gegeben. Es heißt in dem Kommentar dann: „Auch Europas Politiker dürften dankbar die Chance ergreifen, Abschied von einer Klimapolitik nehmen zu können, die Unmögliches verlangt und die Bürger gegen sich aufbringt. Sie werden das umso leichteren Herzens tun, je mehr sich zeigt, dass die Befürchtungen über die Folgen wärmerer Temperaturen von einer Wissenschaftsbürokratie übertrieben wurden, in der sich ‚group think’ und grüner Aktivismus eingenistet haben.“ Am Ende seines Kommentars schreibt König, „dass sich das politische Klima ändert“. </p>
<p class="bodytext">Dass in dem Beitrag auf kein einziges Forschungsergebnis eingegangen wird, das die Dramatik des Klimawandels und seine Folgen belegt, erweckt den Eindruck einer einseitigen Darstellungsweise. Die Überschrift des Beitrags lautet „Auch das politische Klima muss sich ändern“. Es wird in dem Kommentar nicht ausgeführt, worin das „Unmögliche“ besteht, das in der bisherigen Klimapolitik gefordert wird, und unklar bleibt auch, in welcher Weise diese Klimapolitik die Bürger gegen sich aufgebracht haben soll. Bekanntlich haben sich Bundeskanzlerin und Bundesumweltminister bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen für ambitionierte Klimaziele eingesetzt und können sich dabei auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung stützen. </p>
<h2><strong>Umgang mit der Kritik</strong></h2>
<p class="bodytext">Am 20. Januar 2010 gab IPCC eine knappe Presseerklärung zum Schmelzen der Himalaja-Gletscher ab. Darin wird eingeräumt, dass es dem IPCC kürzlich bekannt wurde, dass die Schätzung über das Schrumpfen der Himalaja-Gletscher und ihr Verschwinden „unzureichend belegt“ seien. Bei der Formulierung des Absatzes seien die klaren und bewährten wissenschaftlichen Standards nicht angemessenen angewendet worden. Der Vorsitzende, die Vizevorsitzenden und die Ko-Vorsitzenden des IPCC „bedauern die unzureichende Anwendung der bewährten IPCC-Prozeduren in diesem Fall“. </p>
<p class="bodytext">IPCC-Vorsitzender Pachauri antwortete Ende Januar in einem Interview der Zeitschrift „Science“ auf die Frage, ob das IPCC-Renommé in Gefahr sei: „Ich glaube, die Glaubwürdigkeit des IPCC kann nicht beschädigt werden. Wenn es ihn nicht gäbe, warum soll sich dann jemand Sorgen über den Klimawandel machen?“ So einfach ist die Situation tatsächlich vermutlich nicht. Bei aller Anerkennung der Verdienste des IPCC um die Sensibilisierung für den Klimawandel und die Aufbereitung und Vermittlung von Fakten und Entwicklungen zum Klimawandel kann ein Expertengremium dennoch seine Glaubwürdigkeit ganz oder teilweise verlieren. </p>
<p class="bodytext">In einem Interview mit dem britischen „Guardian“ erklärte Pachauri zum Gletscher-Fehler: „Dafür haben wir teuer bezahlt, keine Frage.“ Stringent erscheint eine solche öffentliche Darstellung nicht und spielt den IPCC-Gegnern zweifellos in die Hände. Angesichts von Rücktrittsforderungen erklärte Pachauri dem britischen Sender BBC: „I am not going to stand down, I am going to stand up.“ (Ich werde nicht abtreten, ich werde aufstehen.)</p>
<p class="bodytext">Die Unterstützung durch die UN für IPCC und den heftig kritisierten Vorsitzenden Pachauri kam spät und zeichnete sich nicht durch besonderes Geschick aus. Der UNFCC-Exekutivdirektor Yvo de Boer betonte Anfang Februar, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in den IPCC-Bericht eingegangen sind, „robust“ seien und dass der Bericht den Ländern im Kampf gegen den Klimawandel helfe. Er stellte sich mit dieser Bemerkung hinter Pachauri: „Hohe Bäume bekommen viel Wind ab, und Dr. Pachauri ist ein hoher Baum.“ Die Bemerkung wurde von vielen Medien veröffentlicht, es fragt sich aber, ob sie besonders gut formuliert war, um dem IPCC-Vorsitzenden den Rücken zu stärken. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;De Boer führte außerdem an, dass viele Unternehmen besorgt seien, was der globale Kampf zum Stopp des Klimawandels für ihre Gewinne bedeuten würde: „Weil immer mehr auf dem Spiel steht und Regierungen ernsthafter vorgehen, werden Unternehmen, die sich durch ein ambitioniertes Handeln im Kampf gegen den Klimawandel bedroht fühlen, immer beunruhigter.“</p>
<h2><strong>IPCC bleibt unentbehrlich</strong></h2>
<p class="bodytext">Das eigentliche Problem liegt vielleicht in dem ungeschickten Agieren von IPCC und seines Vorsitzenden. Wenn die Zahl 2035 gleich nachdem IPCC den Fehler erkannte, öffentlich korrigiert worden wäre, verbunden mit einer Erklärung, wie es zu dem Fehler kam, und einer Entschuldigung, wäre der Schaden minimal gewesen. Abgesehen von einigen nicht lernfähigen „Klimakritikern“ hätten alle akzeptiert, dass bei der Aufbereitung von vielen Zehntausend Daten und Analysen ein Fehler passieren kann. </p>
<p class="bodytext">IPCC hat in den letzten Jahren unverzichtbare Arbeit geleistet, die 2007 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Gegenwärtig bereitet IPCC den nächsten umfangreichen Sachstandsbericht vor und kann dies mit Selbstbewusstsein tun. Es muss aber gelingen, aus dem Fehler zu lernen und außerdem die innerindischen Konflikte so weit wie möglich aus der IPCC-Arbeit herauszuhalten. (Frank Kürschner-Pelkmann)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 22:15:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Recycling stoppt Treibhausgase</title>
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			<description>Die Belastung des Klimas durch abfallwirtschaftliche Maßnahmen betrug in Deutschland 1990 rund 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Bis zum Jahr 2006 hat sich dies in eine Entlastung von etwa 18 Millionen Tonnen gewandelt. Somit konnten, insbesondere durch den Ausstieg aus der Deponierung...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img alt="Foto: Umweltbundesamt" title="Foto: Umweltbundesamt" class="layout-2" src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/Muelldeponie.jpg" style="width: 200px; height: 140px;" />Die Belastung des Klimas durch abfallwirtschaftliche Maßnahmen betrug in Deutschland 1990 rund 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Bis zum Jahr 2006 hat sich dies in eine Entlastung von etwa 18 Millionen Tonnen gewandelt. Somit konnten, insbesondere durch den Ausstieg aus der Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle, die Emissionen klimaschädlicher Gase durch die Abfallwirtschaft um insgesamt rund 56 Millionen Tonnen gesenkt werden. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 7,7 Millionen PKW, fast 20 Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge.</p>
<p class="bodytext">Das sind einige Ergebnisse der gemeinsam beauftragten Studie „Klimaschutzpotenziale der Abfallwirtschaft“, die der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE), Peter Kurth und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth in Berlin vorstellten. Die Studie bilanziert die Klimaschutz-Leistungen der Abfallwirtschaft seit 1990 und zeigt weitere mögliche Potenziale in Deutschland und der EU 27 bis 2020 auf.</p>
<p class="bodytext">Bis zum Jahr 2020 ist gegenüber 2006 ein weiteres CO<sub>2</sub>-Einsparpotenzial von zusätzlich fast zehn Millionen Tonnen CO<sub>2</sub>-Äquivalente möglich, insbesondere durch erhöhte Wertstofferfassung und&nbsp; verbessertes Recycling sowie eine effizientere energetische Nutzung von Siedlungsabfällen und Altholz. Die Studie zeigt, dass die Abfallwirtschaft mit rund 14 Prozent zur Erfüllung der von Deutschland geplanten CO<sub>2</sub>-Minderung bis 2020 beitragen kann, falls die dazu aufgezeigten Maßnahmen verwirklicht werden. Deutschland ist durch das Beenden der Ablagerung unbehandelter Abfälle bereits weit vorangekommen. </p>
<p class="bodytext">Anders als in Deutschland spielt in vielen EU-Staaten die Deponierung unbehandelter Abfälle bis heute eine erhebliche Rolle. Das in Deponien entstehende Methan belastet das Klima. Auch die Potenziale zur Treibhausgasminimierung durch Recycling und thermische Verwertung werden vielfach nicht ausgeschöpft. </p>
<p class="bodytext">UBA-Präsident Jochen Flasbarth hob in diesem Zusammenhang hervor, dass es nach den enttäuschenden Ergebnissen der Klimakonferenz in Kopenhagen jetzt besonders wichtig sei, mit positiven Beispielen zu zeigen, dass anspruchsvolle Klimaziele erreichbar sind: „Die deutsche Entsorgungswirtschaft geht dabei erfolgreich voran und kann Know-how und erprobte Techniken zur Verfügung stellen. Sie kann so beim Export von Umweltgütern und -dienstleistungen ihre internationale Spitzenstellung behaupten. Hohe Umweltschutzstandards haben diesen Erfolg herausgefordert und beflügelt“. (Pressemitteilung des Umweltbundesamtes)</p>
<p class="bodytext">Eine Zusammenfassung der Studie ist <a href="http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&amp;Suchwort=3893" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" alt="" />hier</a> verfügbar. </p>]]></content:encoded>
			<category>Aktiv werden</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 15:03:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Staaten geben Klimaziele bis 2020 bekannt</title>
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			<description>55 Länder haben in Briefen an die Vereinten Nationen angekündigt, welche Klimaschutzziele sie bis 2020 erreichen wollen. Die angekündigten Emissionsreduzierungen reichen allerdings nicht aus, um die erforderliche Begrenzung der Erderwärmung um zwei Grad zu erreichen. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img alt="Yvo de Boer, Foto: UN" title="Yvo de Boer, Foto: UN" class="layout-2" src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/IvoDeBoer.jpg" style="width: 200px; height: 140px;" />Wie in Kopenhagen verabredet, haben 55 Länder der UN fristgerecht bis Ende Januar den Vereinten Nationen verpflichtende nationale Klimaziele mitgeteilt. Die Staaten seien für 78 Prozent des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen verantwortlich, sagte der Exekutivdirektor der UN-Klimakonvention UNFCCC, Yvo de Boer, am 1. Februar in Oslo. Demnach haben auch die beiden größten Verursacher von klimaschädlichen Emissionen, China und die USA, ihre Pläne vorgelegt. „Das ist eine wichtige Stärkung der Klimaverhandlungen“, betonte de Boer. Auch kleinere Staaten wie die Philippinen und Mali schickten ihre Zielvorgaben und stellten sich hinter den Minimalkonsens von Kopenhagen, die weltweite Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Yvo de Boer fügte hinzu, dass weitere große Anstrengungen erforderlich seien, um den Herausforderungen zu begegnen.</p>
<p class="bodytext">Die angekündigten Ziele reichen im Kampf gegen den Klimawandel vermutlich nicht aus. Der Berater von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in Klimafragen, Janos Pasztor, erklärte am 1. Februar, mit den bisher gemachten Zusagen dürfte es „ziemlich schwierig“ werden, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.</p>
<p class="bodytext">Unter anderem haben China, Indien, Brasilien, Südafrika die USA und die 27 Mitglieder zählende EU, wie im Dezember am Klimagipfel in Kopenhagen beschlossen, Briefe mit ihren Zusagen an die Vereinten Nationen gesandt. In den nächsten Tagen würden noch mehr solcher Briefe erwartet, sagte Pasztor. Die Ziele sind zunächst noch unverbindlich, sie sollen aber im Laufe des Jahres zum Bestandteil eines verbindlichen Abkommens zum Kampf gegen den Klimawandel werden.</p>
<h2><strong><span>Unterschiedliche Signale </span></strong></h2>
<p class="bodytext">China hat keine absoluten Kürzungen beim Schadstoffausstoß zugesagt, will aber das Wachstum seiner Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um bis zu 45 Prozent im Verhältnis zu 2005 eindämmen. Indien will die Emissionen, die pro Produktionseinheit entstehen, im gleichen Zeitraum um 20 bis 25% vermindern. Südkorea hat für diese Zeit eine Reduzierung der Emissionen um 30% angekündigt. Die Regierung des Landes will jährlich 2% seines Bruttoinlandsproduktes für „grüne Wachstumsprogramme“ einzusetzen, darunter die kohlendioxidarme Energieproduktion, neue Transportsysteme und energieeffizientere Bauten.</p>
<p class="bodytext">Für die USA hat Präsident Barack Obama zugesagt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Wie China und Indien gehen die USA auch weiterhin nicht Basis-Niveau von 1990 verzichteten. Die zugesagte US-Reduktion von 17 Prozent gegenüber 2005 entspricht lediglich vier Prozent im Vergleich zu 1990. </p>
<p class="bodytext">Der Nachbarstaat Kanada schwächt seine Klimaziele ab und orientiert sich dabei an den USA. Die Regierung verpflichtete sich in einem Schreiben an die Vereinten Nationen, den Schadstoffausstoß bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Früher waren Reduzierungen von 20 Prozent angekündigt worden. Umweltschützer werfen Kanada eine beklagenswerte Klimabilanz vor und fordern größere Anstrengungen. Auch einzelne andere Länder sind hinter ihren Ankündigungen vor der UN-Klimakonferenz im letzten Dezember in Kopenhagen zurückgeblieben.</p>
<p class="bodytext">Die EU sagte zu, ihren Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Die EU hatte in Kopenhagen in Aussicht gestellt, den Ausstoß um 30% zu senken, wenn andere Industriestaaten vergleichbar hohe Reduzierungen zusagen würden. Japan hat eine Reduzierung der Emissionen von 25% bis 2020 (im Vergleich zu 1990) angekündigt.</p>
<h2><strong><span>Bisherige Zusagen unzureichend</span></strong></h2>
<p class="bodytext">Klimaschützer kritisierten, dass die meisten der Industrieländer mit ihren Zusagen weit hinter dem zurückblieben, was für das Zwei-Grad-Ziel erforderlich sei. Dagegen lobten sie die relativ strikten Vorgaben von Schwellenländern wie Brasilien und Mexiko. Der Chef des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen, warnte, dass die vorliegenden Angebote zu einem globalen Temperaturanstieg von 3,5 Grad Celsius führen würden, mit entsprechend schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur. Bis zum Klimagipfel in Mexiko Ende des Jahres müsse es erhebliche Verbesserungen geben. Die EU etwa müsse eine Reduzierung ihrer Emissionen um 30 Prozent beschließen, um die Führungsrolle beim Klimaschutz wiederzugewinnen.</p>
<p class="bodytext">Auf der Basis der Länderziele sollen nun die Verhandlungen für ein neues Klima-Abkommen unter dem Dach der UN weitergeführt werden. Eine Zwischenkonferenz ist im Frühjahr in Bonn geplant (31. Mai bis 11. Juni). In Mexiko soll dann endgültig eine rechtsverbindliche Übereinkunft über den weiteren globalen Klimaschutz erzielt werden, die in Kopenhagen wegen zu großer Differenzen noch nicht zustande gekommen war.</p>
<h2><strong><span>Deutschland hat Klimaschutzziele erreicht</span></strong></h2>
<p class="bodytext">Deutschland hat 2008 sein Klimaschutzziel gemäß Kyoto-Protokoll erfüllt. Die Treibhausgasemissionen sind 2008 gegenüber dem Jahr 1990 um 22,2 Prozent zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von nahezu 280 Millionen Tonnen Treibhausgasen Dies geht aus dem vom Umweltbundesamt (UBA) erstellten Nationalen Inventarbericht 2010 hervor, den das Bundesumweltministerium und das UBA veröffentlicht haben. Nach dem Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 21 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gegenüber dem Vorjahr 2007 veränderten sich die Emissionen nur geringfügig: Einen leichten Zuwachs von 0,5 Millionen Tonnen gab es im Wesentlichen im Landwirtschaftsbereich. </p>
<p class="bodytext">Bundesumweltminister Röttgen erklärte: &quot;Die wiederholte Erreichung der Kyoto-Verpflichtung ist ein gutes Signal. Dennoch dürfen wir uns nicht zu früh freuen, denn unsere mittelfristigen Klimaschutzziele haben wir noch längst nicht erreicht. Wir wollen eine Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 unter 1990. Uns fehlt noch knapp die Hälfte des Weges, den wir in den nächsten zehn Jahren schaffen müssen. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass unsere bisherige Minderungsstrategie - die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien - zum Erfolg führen wird.&quot; (Frank Kürschner-Pelkmann)</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:12:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Kopenhagen-Vereinbarung in deutscher Übersetzung</title>
			<link>http://www.klimawandel-bekaempfen.de/index.php?id=klimawandel-news-rss&#38;no_cache=1&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=326&#38;cHash=31f24958fc</link>
			<description>Das Bundesumweltministerium hat eine inoffizielle Übersetzung der „Kopenhagen-Vereinbarung“ vom 18. Dezember 2009 veröffentlicht. Die Vereinbarung war am Ende der UN-Klimakonferenz von den Delegationen von über 190 Ländern zur Kenntnis genommen, aber nicht formell verabschiedet worden. Die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img alt="Logo der UN-Klimakonferenz" title="Logo der UN-Klimakonferenz" class="layout-2" src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/cop15_logo_img.gif" style="padding: 3px; width: 96px; height: 120px; float: left;" />Das Bundesumweltministerium hat eine inoffizielle Übersetzung der „Kopenhagen-Vereinbarung“ vom 18. Dezember 2009 veröffentlicht. Die Vereinbarung war am Ende der UN-Klimakonferenz von den Delegationen von über 190 Ländern zur Kenntnis genommen, aber nicht formell verabschiedet worden. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die weiteren internationalen Klimaverhandlungen, die in diesem Jahr stattfinden werden. Die vorläufige deutsche Übersetzung finden Sie <a href="http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/copenhagen_accord_bf.pdf" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" alt="" />hier</a>, die vorläufige englische Fassung <a href="http://unfccc.int/files/meetings/cop_15/application/pdf/cop15_cph_auv.pdf" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" alt="" />hier</a>.</p>
<p class="bodytext">In der Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Umwelt“ des Umweltbundesministeriums ist eine ausführliche Analyse des Verlaufs und der Ergebnisse der UN-Klimakonferenz erschienen. Die Konferenz wird u.a. so bewertet:</p>
<p class="bodytext">„Auch wenn der Kompromiss in Kopenhagen nur einen Minimalkonsens abbildet, wäre es falsch gewesen, den Verhandlungstisch zu verlassen. Die EU sowie Deutschland können die Klimakrise nicht allein lösen. Auch über die Klimapolitik hinaus wäre ein Aufkündigen des erreichten Konsenses durch die Europäische Union der falsche Weg gewesen. Die internationale Klimapolitik ist die Nagelprobe dafür, wie die künftige Weltordnung aussieht und welche Rolle die Europäische Union in ihr spielen kann. Ohne die USA und China lassen sich weder die Klimakrise noch die anderen zentralen Herausforderungen unserer Zeit lösen. Unilateralismus kann für die Europäische Union nicht die Konsequenz aus den Schwierigkeiten und Beschränkungen des Multilateralismus sein.“</p>
<p class="bodytext">Der Beitrag kann <a href="http://www.bmu.de/15_klimakonferenz/doc/45429.php" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" alt="" />hier</a> online gelesen werden. (FKP)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 20:09:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Die Vereinten Nationen auf dem Weg zur Klimaneutralität</title>
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			<description>UN will eigene CO2-Verschmutzung reduzieren

„Moving Towards a Climate Neutral UN“ ist ein Bericht der Vereinten Nationen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Im Bericht weist UN-Generalsekretär Ban Ki-moon auf die hohen CO2- Emissionen hin, die die Vereinten Nationen selbst verursachen und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>UN will eigene CO<sub>2</sub>-Verschmutzung reduzieren</h4>
<h4><img style="padding: 5px; width: 133px; height: 200px; float: left;" src="uploads/RTEmagicC_ban_ki_moon_klimakonferenz_01.jpg.jpg" alt="" /></h4>
<p class="bodytext">„Moving Towards a Climate Neutral UN“ ist ein Bericht der Vereinten Nationen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Im Bericht weist UN-Generalsekretär Ban Ki-moon auf die hohen CO<sub>2</sub>- Emissionen hin, die die Vereinten Nationen selbst verursachen und fordert alle UN-Abteilungen auf, sich entschlosssen an der Reduktion der Treibhausgase zu beteiligen. Das System der Vereinten Nationen emittierte <strong>im Jahre 2008 weltweit </strong><strong>1.7 Milliarden Tonnen CO<sub>2</sub>.&nbsp; </strong>Diesen Wert gilt es nun zu reduzieren. In dem Bericht werden Reduktions-Strategien für jede Organisation der UN aufgezeigt.</p>
<p class="bodytext">Allein <strong>im Jahr 2008 </strong>stieß<strong> die UN 770.00 Tonnen CO<sub>2</sub></strong> für Reisen in verschiedene Länder aus. Darin sind die Peacekeeping-Einsätze noch nicht berücksichtigt. Im Schnitt verursacht die Tätigkeit eines <strong>UN-Mitarbeiters ungefähr 8.3 t CO<sub>2</sub> im Jahr</strong>.</p>
<p class="bodytext">Strategien, die von der UN zur Minimierung der Treibhausgase umgesetzt werden, umfassen unter anderem die Digitalisierung von Daten, die Sanierung und Wärmeisolierung von Gebäuden.</p>
<p class="bodytext">Den gesamten Bericht auf englisch &quot;Moving towards a Climate Neutral UN - The UN system´s footprint and efforts to reduce it&quot; finden Sie <a href="http://www.unemg.org/sustainableun/LinkClick.aspx?fileticket=GDjyklT8gYI%3D&amp;tabid=2011&amp;language=fr-FR" target="_blank" class="external-link-new-window" >hier</a>.</p>
<p class="bodytext"><em>(Janine Stoisiek)</em></p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 17:11:19 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Stimmen zu den Ergebnissen der UN-Klimakonferenz</title>
			<link>http://www.klimawandel-bekaempfen.de/index.php?id=klimawandel-news-rss&#38;no_cache=1&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=317&#38;cHash=91dd4625c6</link>
			<description>„Das ist heute schon ein schwarzer Tag für die Klimaforschung, denn der Gipfel hat nicht gebracht, was man erwartet hat, geschweige denn verbindliche Reduktionsziele zu Senkung der Treibhausgase.“ So bewertete der bekannte Kieler Klimaforscher Mojib Latif die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/Latif1.jpg" alt="Mojib Latif, hier bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen" style="BORDER-RIGHT: medium none; PADDING-RIGHT: 0px; BORDER-TOP: medium none; PADDING-LEFT: 0px; PADDING-BOTTOM: 0px; BORDER-LEFT: medium none; WIDTH: 200px; PADDING-TOP: 0px; BORDER-BOTTOM: medium none; HEIGHT: 140px" title="Mojib Latif, hier bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen" class="layout-2" />„Das ist heute schon ein schwarzer Tag für die Klimaforschung, denn der Gipfel hat nicht gebracht, was man erwartet hat, geschweige denn verbindliche Reduktionsziele zu Senkung der Treibhausgase.“ So bewertete der bekannte Kieler Klimaforscher Mojib Latif die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen in einem „Tagesschau“-Interview. Am Ende des Interviews äußerte er: „Das Scheitern in Kopenhagen ist sicher nicht das Ende der Welt, aber wir kommen ihm, um in diesem Bild zu bleiben, ein kleines Stückchen näher. Es wäre selbstverständlich immer noch in Ordnung, wenn im nächsten Jahr ein verbindliches Abkommen ratifiziert werden würde, aber ich habe jetzt die letzten 20 Jahre eigentlich immer das Gleiche gehört, dass im nächsten Jahr der Durchbruch gelingt. So langsam fehlt mir der Glauben.“ </p>
<p class="bodytext">Dass der Entwurf für eine Schlusserklärung von den Vertreterinnen und Vertretern von über 190 Ländern nur „zur Kenntnis genommen“ wurde, markierte für viele einen Tiefpunkt in den jahrelangen Bemühungen um ein neues Klimaabkommen, andere sehen dagegen die Konferenz in Kopenhagen als Erfolg an. Wir haben eine Reihe&nbsp;von Stellungnahmen zum Konferenzergebnis zusammengestellt: </p>
<h2>UN-Repräsentanten</h2>
<p class="bodytext">UN-Generalsekretär <strong>Ban Ki-moon</strong> sprach von einem Erfolg der Konferenz und betonte, die Wirksamkeit der Ergebnisse werde sich zum Beispiel zeigen, wenn die versprochenen Gelder fließen würden. &quot;Es mag nicht alles sein, was sich alle erhofft hatten&quot;, sagte Ban. &quot;Aber es ist ein Anfang, ein wichtiger Anfang.&quot; Nun bleibe die Aufgabe, ein rechtlich verbindliches UN-Klimaabkommen abzuschließen. Dies soll frühestens Ende nächsten Jahres geschehen.</p>
<p class="bodytext">Der Chef des UN-Klimasekretariats <strong>Yvo der Boer</strong> bemühte sich ebenfalls um eine positive Bewertung der Ergebnisse der Klimakonferenz: &quot;Wenn so viele Staats- und Regierungschefs zusammenkommen, entscheiden sie normalerweise über zwei oder drei zentrale Punkte und gehen nicht selbst in die Details.&quot; Allein schon die Tatsache, dass man rund 120 Staatenlenker an einen Tisch gebracht habe, um über den Klimawandel zu verhandeln, sei ein Erfolg.</p>
<p class="bodytext">Der &quot;Copenhagen Accord&quot; enthalte außerdem &quot;bedeutende Elemente&quot; wie etwa die Einigung, die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit, Zusagen der Industriestaaten für Finanzhilfen an die Entwicklungsländer sowie Einigungen über Themen wie Technologietransfer und Waldschutz. </p>
<p class="bodytext">Yvo de Boer räumte ein, dass er sich klare Ziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen gewünscht hätte. Auf dem Weg zur nächsten UN-Klimakonferenz in einem Jahr in Mexiko &quot;gibt es noch sehr viel zu tun&quot;. </p>
<p class="bodytext">Insgesamt sei das Dokument von Kopenhagen ein &quot;politisch unglaublich bedeutsames Abkommen&quot;, sagte de Boer. &quot;Es ist ein Zeichen des Willens, voranzuschreiten.&quot; Er betonte auch, dass die Zeit immer knapper werde, um die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen: „In Mexiko werden wir versuchen, all das zu beschließen, was wir hier nicht beschlossen haben.&quot;</p>
<p class="bodytext"><strong>Rajendra Pachauri</strong>, Vorsitzender des Weltklimarates IPCC, betonte in einem Gespräch mit „Spiegel Online“ am Ende der Klimakonferenz: &quot;Das Papier ist nur der Beginn der Arbeit an einem echten Vertrag.&quot; Positiv sei die Aufnahme des Zwei-Grad-Ziels in das Dokument zu bewerten: &quot;Das ist für uns Forscher ein Erfolg. Erstmals ist es in ein politisches Ziel umgesetzt.&quot; Außerdem habe man jetzt ein Regelwerk, um künftig die Einhaltung der Emissionsreduzierungen zu überwachen: &quot;Da hat sich zum Glück nicht die Sprache Chinas durchgesetzt.&quot;</p>
<p class="bodytext">Der indische Klimaexperte kritisierte an dem Abschlusstext aber: &quot;Ich finde darin keine einzige konkrete Zahl.&quot; Man habe wertvolle Zeit verspielt. &quot;Und jedes Jahr, das wir verlieren, lässt die Summen explodieren, die uns die Begrenzung des Klimawandels später kosten wird.&quot; </p>
<p class="bodytext">Pachauri zeigte sich gegenüber „Spiegel Online“ besorgt darüber, dass er in Kopenhagen einen gefährlichen Stimmungswandel ausgemacht habe: &quot;Bei der letzten Klimakonferenz in Bali lag eine positive Atmosphäre über allem, endlich das Problem anzupacken.&quot; Dieser Geist sei fast vollständig verloren gegangen. Pachauri hofft auf die Verhandlungen im nächsten Jahr: &quot;Wenn dann noch die Weltwirtschaft wieder anspringt, bekommen wir hoffentlich wieder eine neue Dynamik in den Prozess.“ Die Kritik an einer Mammutkonferenz der 192 Staaten teilt Pachauri nicht: &quot;Wir haben keine Alternative. Der Klimawandel ist ein globales Problem und kann folglich nur im Einvernehmen aller gelöst werden.&quot; Dabei gehe es auch um die Finanzierung der Klimaschäden: &quot;Deshalb müssen alle Staaten mit am Tisch sitzen.&quot;</p>
<h2>Internationale Politikerinnen und Politiker</h2>
<p class="bodytext">Sein Land werde &quot;dieses Dokument nicht akzeptieren&quot;, sagte der Vertreter des Inselstaats Tuvalu, <strong>Ian Fry</strong>, in der nächtlichen Sitzung am frühen Samstagmorgen im Konferenzplenum, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. &quot;Unsere Zukunft steht nicht zum Verkauf&quot;, sagte Fry mit Blick auf die finanziellen Angebote im Konferenztext. &quot;Sie boten 30 Silberlinge für den Verrat an unserer Zukunft&quot;, fügte er in Abwandlung eines Bibelzitats hinzu. Angesichts des Fehlens ehrgeizige Klimaziele in der Übereinkunft äußerte er die Befürchtung, dies wäre &quot;das Ende von Tuvalu&quot;.</p>
<p class="bodytext">US-Präsident <strong>Barack Obama</strong> bezeichnete den Klimakonsens als „wichtigen Durchbruch“. „Zum ersten Mal in der Geschichte sind alle größeren Volkswirtschaften der Welt zusammengekommen, um ihre Verantwortung zum Handeln angesichts des drohenden Klimawandels zu akzeptieren“, erklärte Obama nach der Rückkehr in die USA. Der erreichte Konsens bereite den Weg für ein internationales Handeln in den kommenden Jahren. Der US-Präsident räumte jedoch ein, die Verhandlungen seien extrem schwierig und komplex gewesen.</p>
<p class="bodytext">China hat die Ergebnisse des Weltklimagipfels positiv bewertet. Der Gipfel habe &quot;bedeutende und positive Früchte&quot; gebracht, sagte Außenminister <strong>Yang Jiechi</strong> in Peking. Allerdings sei er &quot;nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang&quot; gewesen, um die Probleme durch den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Chinas Klimaziele seien wissenschaftlich begründet und vernünftig, sie seien nicht verhandelbar, hieß es weiter.&nbsp;Bei der Konferenz sei das Prinzip der &quot;gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten&quot; erhalten geblieben, und es wurde ein &quot;fester Schritt&quot; in Richtung zu einer Verpflichtung der Industriestaaten getan, den Ausstoß von Kohlendioxid zu beschränken. Außerdem habe man sich über die Finanzierung und technologische Unterstützung für Entwicklungsländer geeinigt.</p>
<p class="bodytext">Die Vereinbarung von Kopenhagen sei «gut für alle Entwicklungsländer», erklärte der indische Umweltminister <strong>Jairam Ramesh</strong>. So habe man sich auf Transparenz-Mechanismen verständigt, die die staatliche Souveränität «schützen». Premier <strong>Manmohan Singh</strong> räumte ein, dass man bei der Klimakonferenz hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Dennoch nannte er die Konferenz in Kopenhagen einen «Meilenstein». Singh fügte hinzu, Indien werde in den kommenden Jahren den Ausstoß umweltschädlicher Treibhausgase verringern. Dafür haben die Regierung ambitionierte Programme auf den Weg gebracht.</p>
<p class="bodytext">Der Schweizer Umweltminister <strong>Moritz Leuenberger</strong> hat in einem Interview mit der Zeitung &quot;SonntagsBlick“ die Art kritisiert, wie Dänemark die Verhandlungen am UN-Klimagipfel organisiert hat. Die dänische Präsidentschaft habe &quot;etwas grobschlächtig gewikingert&quot;. Er fügte hinzu: &quot;Wie das durchgezogen wurde, wie viele Delegierte bis zum Schluss über den Verfahrensstand im Ungewissen gelassen wurden, wie dann zum Ende des Gipfels noch einige - zugegeben wichtige - Staatschefs kamen und selbst verhandelten, das hatte keinen demokratischen Stil. Das wäre auch anders gegangen.&quot;</p>
<h2>Deutsche Politikerinnen und Politiker</h2>
<p class="bodytext">Bundeskanzlerin <strong>Angela Merkel</strong> äußerte vor ihrem Abflug aus der dänischen Hauptstadt: &quot;Die Verhandlungen waren extrem schwierig, und ich muss auch sagen, dass ich das Ergebnis mit sehr gemischten Gefühlen sehe.&quot; Letztlich habe sie zugestimmt, um ein völliges Scheitern der Verhandlungen und einen Abbruch des Klimaschutzprozesses zu verhindern. Nun könne er weiter gehen. Allerdings stünden noch langwierige Verhandlungen bevor: &quot;Der Weg zu einem neuen Abkommen ist noch sehr weit.&quot;</p>
<p class="bodytext">Nach der Rückkehr aus Kopenhagen sagte die Bundeskanzlerin angesichts harscher Kritik an den mangelnden Ergebnissen des Weltklimagipfels gegenüber der „Bild am Sonntag“, Kopenhagen sei &quot;ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger&quot;. Sie fügte hinzu: &quot;Wer Kopenhagen jetzt nur schlechtredet, beteiligt sich am Geschäft derer, die bremsen, statt voranzugehen.&quot; Angela Merkel verwies auf die besondere Verantwortung Deutschlands für den nächsten Schritt beim globalen Klimaschutz: &quot;Auf Kopenhagen muss jetzt aufgebaut werden.&quot;</p>
<p class="bodytext">Bundesumweltminister <strong>Norbert Röttgen</strong> äußerte sich ernüchtert über das Konferenzergebnis. &quot;Das ist viel weniger als gedacht&quot;, sagte er in Kopenhagen. &quot;Aber das ist jetzt die Basis, die man in konkrete Politik einführen kann. Es ist ganz wichtig, jetzt den Blick nach vorn zu richten.&quot; Deutschland habe einen politischen Beschluss durchsetzen wollen. Inhaltlich habe man bereits Abstriche machen müssen. Zudem sei der &quot;Copenhagen Accord&quot; kein förmlicher Beschluss der UN-Konferenz der 193 Staaten.</p>
<p class="bodytext">Nach dem Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen fordert Entwicklungsminister <strong>Dirk Niebel</strong> zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes. „Wer die Luft verschmutzt, muss zahlen&quot;, sagte Niebel der „Welt am Sonntag&quot;. Auch Autos und Flugzeuge sollten in den Emissionshandel einbezogen werden. Auf die Frage nach dem Beitrag der Entwicklungsländer antwortete er: „Wenn die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll, müssen die Entwicklungsländer bei der Industrialisierung einen nachhaltigeren Weg gehen. Dabei werden wir sie unterstützen. Schwellenländer, die bald selbst Industrieland sind, können Investitionen in erneuerbare Energien oder den Schutz von Wäldern schon zum Teil selbst zahlen.“</p>
<p class="bodytext">Bundesaußenminister <strong>Guido Westerwelle</strong> setzt nach dem Mini-Kompromiss in Kopenhagen auf die Klima-Konferenz in Bonn im kommenden Jahr. Europa werde weiter eine Vorreiterrolle spielen, könne jedoch das Weltklima nicht allein retten, sagte der FDP-Politiker der &quot;Saarbrücker Zeitung&quot;. &quot;Erfolg können wir nur haben, wenn alle Länder mitziehen.&quot;<strong> </strong>Westerwelle hält eine stärkere Einbeziehung von China, Indien, Brasilien und anderen Schwellenländern beim Klimaschutz für notwendig. In Kopenhagen habe sich gezeigt, welche wichtige Rolle diese Länder spielten. „Wir müssen Wege finden, die großen Zukunftsfragen mit ihnen zu lösen. Ohne sie geht es nicht.&quot;</p>
<p class="bodytext">&quot;Ich finde, es ist eine Schande, wie die Staats- und Regierungschefs die Zukunft ihrer eigenen Kinder und Enkelkinder aufs Spiel setzen&quot;, äußerte der SPD-Vorsitzende <strong>Sigmar Gabriel</strong>. &quot;International ist das eine mittlere Katastrophe&quot;, kritisierte der frühere Umweltminister. In der &quot;Bild am Sonntag&quot; forderte er die Bundesregierung und die EU auf, an den ehrgeizigen Kohlendioxideinsparungszielen festzuhalten. &quot;Die Europäische Union muss bei ihrem Versprechen bleiben, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken - auch nach dem Scheitern von Kopenhagen. Nur so kann die EU verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und möglichst schnell glaubwürdig einen neuen Anlauf für ein verbindliches Abkommen unternehmen.&quot; Von Bundeskanzlerin Merkel forderte Gabriel, am 40-Prozent-Ziel festzuhalten.</p>
<p class="bodytext">Grünen-Fraktionsvorsitzende <strong>Renate Künast</strong> gab Bundeskanzlerin Merkel eine Mitschuld am &quot;Desaster von Kopenhagen&quot;. Künast warf ihr vor, sie habe auf dem Weltklimagipfel &quot;in alter Manier blockiert&quot;, statt mit Deutschland und der EU allen voranzugehen: &quot;Sie hat konkrete Finanzzusagen an die Entwicklungsländer vor der Konferenz genauso verhindert wie eine Erhöhung der europäischen Minderungsziele auf 30 Prozent.&quot; Nicht einmal in ihrer Rede vor der Klimakonferenz habe Merkel Akzente gesetzt und neue Angebote gemacht, kritisierte Künast. &quot;Spätestens jetzt ist die selbst ernannte Klimakanzlerin endgültig Geschichte.&quot; </p>
<p class="bodytext">„Statt eines neuen, rechtlich verbindlichen Klimaschutzabkommens halten wir nun wieder gar nichts in den Händen. Der Kopenhagener Gipfel ist damit gescheitert, viel heiße Luft statt konkreter Verpflichtungen.“ So bewertete die umweltpolitische Sprecherin der Partei Die Linke <strong>Eva Bulling-Schröter</strong> die Ergebnisse der Klimakonferenz. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestags. </p>
<p class="bodytext">Bulling-Schröter erklärt weiter: „Es hilft kein Schönreden mehr, mit diesem Ergebnis rasen wir ins Klimachaos. Die EU und Deutschland haben bis zur letzten Minute lieber gepokert, als durch eine Vorreiterrolle die anderen Länder mitzureißen. Warum hat sich die EU nicht frühzeitig zum längst beschlossenen minus 30%-Ziel bekannt? Das ist keine Verhandlungsstrategie, sondern nur noch zynisch. Angesichts von Millionen Menschen, deren Überleben schon heute durch den Klimawandel bedroht ist, hätte ich einfach mehr Menschlichkeit erwartet.&quot;</p>
<h2>Klimawissenschaftler</h2>
<p class="bodytext"><strong>Peter Lemke</strong>, der Leiter des Fachbereich Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, bewerte das Ergebnis von Kopenhagen in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ so: „Der Minimalkompromiss ist eine große Enttäuschung, denn die Länder haben sich ja nicht auf ein konkretes Ziel geeinigt. Sie wollen zwar die Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen und sagen, dass dafür etwas getan werden soll. Doch was eigentlich passieren soll, das wird im Minimalkonsens nur in einem Anhang erwähnt. Danach soll jedes Land bis zum 1. Februar 2010 selbst festlegen, was es tun wird. Das wird sicherlich nicht ausreichen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Zudem ist das kein wirklicher Konsens. Jedes Land kann im Nachhinein bestimmen, ob es seine Treibhausgase um fünf, zehn oder mehr Prozent reduzieren will. Der Minimalkompromiss ist natürlich kein Nachfolge-Vertrag für Kyoto. Und deswegen ist in meinen Augen der Klimagipfel eigentlich gescheitert.“</p>
<p class="bodytext"><strong>Jochem Marotzke</strong>, Direktor des Hamburger Max-Planck-Institutes für Meteorologie äußerte in einem „Stern“-Interview nach dem Ende der Klimakonferenz: „In Kopenhagen wurde das Dilemma zwischen dem, was langfristig wünschenswert und dem, was für die Länder kurzfristig gut ist, sehr deutlich. Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten oder sich als Land weiterzuentwickeln, ist ja eine legitime Idee. Sie steht nur oft den langfristigen Klimaschutzzielen entgegen. Es wird allerdings Zeit, von der Vorstellung wegzugehen, dass Klimaschutz eine Belastung ist. Wir müssen die grüne Wende als Chance sehen, was nach den Bildern von Kopenhagen sicher erst einmal schwer ist.“ </p>
<p class="bodytext">Auf die Frage danach, ob übernationale Lösungen noch möglich oder Klimaschutz nun auf nationaler Ebene erfolgen sollte, antwortete er: „Ich glaube nicht, dass globale Lösungen endgültig gescheitert sind. Man muss es erneut versuchen. Nationale Wege sind hilfreich als Fingerzeige, aber CO2-Emissionen sind nun einmal ein globales Problem. Insofern haben wir keine andere Wahl, als globale Lösungen anzustreben. Ich sehe keine andere Lösung, sonst öffnen sich immer wieder Schlupflöcher für Staaten, die nicht mitspielen wollen.“</p>
<p class="bodytext">Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, <strong>Hans-Joachim Schellnhuber</strong>, sagte nach dem Kompromiss von Kopenhagen: „Das Spiel ist noch gar nicht vorbei. Die müssen jetzt in die Verlängerung.“ Schellnhuber sagte dem „Tagesspiegel“: „Wir müssen trotz aller Enttäuschung den Blick nach vorn richten.“ Zumindest mache der Kompromiss mit der Nennung des Ziels, die globale Erwärmung unter zwei Grad des vorindustriellen Niveaus zu halten, die Wissenschaft zur Richtschnur des Handelns. Er kritisierte aber, dass diese Erkenntnis sich nicht in den Zielvorgaben für die Emissionsminderung von Industrie- und Entwicklungsländern niedergeschlagen habe. Schellnhuber erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, noch sei nichts verloren. &quot;Mit den derzeitigen Zusagen, sind wir aber sehr weit vom Zwei-Grad-Ziel entfernt. Es läuft auf etwa 3 bis 4 Grad hinaus.&quot;&nbsp;</p>
<h2>Umweltschutzorganisationen</h2>
<p class="bodytext">&quot;Kopenhagen ist heute Nacht Schauplatz eines Verbrechens, und die schuldigen Männer und Frauen flüchten zum Flughafen.&quot; Dies äußerte <strong>John Sauven</strong>, der verantwortliche Direktor von Greenpeace Großbritannien, gegenüber der BBC im Blick auf die Staats- und Regierungschefs der mächtigen Länder.</p>
<p class="bodytext">Die BUND-Umweltschützer Vorsitzende <strong>Hubert Weiger</strong> erklärte, es sei eine Bankrotterklärung der Staats- und Regierungschefs, dass nach jahrelangen Vorverhandlungen am Ende der Konferenz keine ausreichenden Beschlüsse stünden: „Das Kopenhagen-Ergebnis ist eine Ohrfeige für das Weltklima und die ärmsten Staaten der Erde, die unter den Folgen des Klimawandels am meisten leiden.“ Die Bemühungen um mehr Klimaschutz seien um Jahre zurückgeworfen worden, erklärte Weiger: „Es wird immer unwahrscheinlicher, dass es auch künftig internationale Verpflichtungen zum Klimaschutz geben wird.“ Hauptverantwortlich für das Scheitern des Gipfels ist nach Einschätzung Weigers die Weigerung der Industriestaaten, ihre CO2-Minderungsziele und die Finanzzusagen für Entwicklungsländer aufzustocken und einen konkreten Zeitplan für Klimaschutzmaßnahmen vorzulegen. Er fügte hinzu: &quot;Was die Welt braucht, sind schnell Fortschritte bei der Minderung der Treibhausgase. Jede weitere Verzögerung ist ein Sargnagel für die Zukunft der Menschheit. Die Industriestaaten müssen sich endlich bewegen und ihre bisher schwachen Angebote zum Klimaschutz deutlich aufstocken. Schlupflöcher, die reale Emissionsminderungen verhindern, sind zu schließen. Dafür hat die Staatengemeinschaft sechs Monate Zeit, bevor sie zum nächsten Weltklimagipfel aufbricht.&quot;</p>
<p class="bodytext">Die Natur- und Umweltschutzorganisation NABU kritisierte den faulen Kompromiss in letzter Sekunde in Kopenhangen. „Um ein totales Scheitern des Gipfels abzuwenden, haben die Staats- und Regierungschefs krampfhaft nach einem Rettungsanker gesucht. Statt eines völkerrechtlich verbindlichen Weltklimaabkommens haben wir nur eine weitere und äußerst schwache Absichtserklärung bekommen“, kritisierte NABU-Präsident <strong>Olaf Tschimpke</strong>. Weder bei den Verpflichtungen zur Verringerung der schädlichen Treibhausgas-Emissionen noch bei der Unterstützung der Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel gebe es ausreichende Fortschritte, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. </p>
<p class="bodytext">Die internationale Klimapolitik sei durch die Einzelinteressen der großen Wirtschaftsmächte untergraben worden. „Wir brauchen eine Stärkung der UN-Institutionen. Solange jeder Staat sein Veto einlegen kann, wird kein ernst zu nehmendes Abkommen zustande kommen. Bei Vertragsbrüchen muss es zudem künftig Strafen geben, damit die internationalen Umweltkonventionen mehr Durchschlagskraft bekommen“, so Olaf Tschimpke.</p>
<p class="bodytext">Als „reine Farce“ bezeichnete das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Ergebnisse des UN-Klimagipfels. „Kopenhagen war höchstens in Bezug auf das Ausmaß seines Scheiterns ein historischer Gipfel“, erklärte Attac-Klimaexperte <strong>Chris Methmann</strong>. „Dies nun mit einem Formelkompromiss noch als Fortschritt verkaufen zu wollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Milliarden Menschen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden werden, ohne etwas zu seinen Ursachen beigetragen zu haben.“ </p>
<p class="bodytext">&quot;Mehr als 120 Regierungschefs waren sich einig - der Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen des Jahrhunderts. Wortgewaltig beschworen sie auf dem Klimagipfel: Jetzt ist die Zeit des Handelns gekommen. Die Ergebnisse des Klimagipfels von Kopenhagen stehen dazu in einem merkwürdigen Missverhältnis.&quot; Das äußerte <strong>Christoph Bals</strong>, Politischer Geschäftsführer von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. &quot;Erstens stimmt die Ambition des Klimaschutzes nicht. Die Welt ist damit eher auf einem Pfad in Richtung 3,5 Grad Temperaturanstieg als 2 oder gar 1,5 Grad. Zweitens ist bei den Finanzzusagen für 2020 von insgesamt 100 Milliarden Dollar für Klima- und Regenwaldschutz sowie Anpassung nicht sichergestellt, dass es sich hier nicht um einfach um Umetikettierung von Geldern der Armutsbekämpfung handelt. Drittens ist auch nicht klar, ob die USA, China und andere Schwellenländer in wenigen Monaten in einem rechtlich verbindlichen Abkommen gebunden sein werden. Damit ist zwar sichergestellt, dass weltweit der Zug weiter in Richtung Klimaschutz fährt - aber die Geschwindigkeit ist viel zu langsam. Hier muss schon in den nächsten Monaten nachgebessert werden.&quot; </p>
<p class="bodytext">Der Klimagipfel in Kopenhagen endete für den WWF mit einer herben Enttäuschung. Die angereisten Staats- und Regierungschefs hatten zwar teilweise vollmundige Erklärungen im Gepäck, sie schafften es jedoch nicht, ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen auf den Weg zu bringen. „Es reicht nicht, sich dazu zu bekennen, die globale Erwärmung auf einen Anstieg unter zwei Grad begrenzen zu wollen, dann aber keine konkreten Ziele und Maßnahmen zu vereinbaren, so <strong>Regine Günther</strong>, Leiterin des Klimabereichs beim WWF Deutschland. Man habe kostbare Zeit verloren, die den Kampf gegen den Klimawandel weiter erschwere. </p>
<p class="bodytext">Der WWF fordert die Staats- und Regierungschefs auf, dort weiterzumachen, wo man in Kopenhagen aufgehört habe. Von dem Debakel in Dänemark müsse man bei den kommenden Konferenzen lernen. Weder in Finanzierungsfragen noch bei der Zielsetzung oder der internationalen Überprüfung sei ein Durchbruch erzielt worden. Die Konferenz habe keinen der zehn wichtigsten Punkte abgearbeitet. </p>
<h2>Kirchen und kirchliche Hilfswerke</h2>
<p class="bodytext">Das katholische Hilfswerk Misereor bezeichnete das Konferenzergebnis als „Schande für die Industrieländer und eine Katastrophe für die Menschen in den Entwicklungsländern“. Der für Misereor zuständige Hamburger Erzbischof <strong>Werner Thissen</strong> äußerte, er sei entsetzt: „Es ist unverantwortlich, dass diese historische Chance nicht genutzt wurde und das Klima-Abkommen aufgrund wirtschaftlicher Interessen gescheitert ist.“ Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sei in weite Ferne gerückt: „Was mich so aufregt, ist, dass alle um die schlimmen Folgen wissen.“ </p>
<p class="bodytext">Die Klimakonferenz in Kopenhagen sei weit hinter dem Ziel zurück, ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verabschieden. Die Ergebnisse seien „zu wenig und enttäuschend“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz <strong>Robert Zollitsch</strong>:. &quot;Hier war mehr drin und ich frage mich, wie zielgerichtet können künftige Großkonferenzen noch arbeiten?&quot; Der Klimawandel sei eine ethische Herausforderung, der sich alle Staaten in Solidarität und Verantwortung für das globale Gemeinwohl stellen müssten. </p>
<p class="bodytext">Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischöfin <strong>Margot Käßmann</strong>, äußerte sich enttäuscht über den Ausgang des UN-Klimagipfels. Es sei &quot;wirklich traurig&quot;, dass die mit großen Hoffnungen erwartete Tagung ohne jedes konkrete Ergebnis ende, das den Klimaschutz substanziell stärke. Käßmann rief die Menschen dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen und sich weiter für eine gerechte Klimapolitik zu engagieren.</p>
<p class="bodytext">Die Regierungen der Industrieländer forderte Käßmann auf, das Erreichen wirksamer Klimaschutzziele mit Vehemenz weiter zu verfolgen. Sie dürften jetzt nicht nachlassen, denn die Lebensgrundlagen vieler Millionen Menschen seien durch eine ausufernde Kohlendioxid-Belastung der Atmosphäre in Gefahr. &quot;Es gibt auch ein zu spät&quot;, warnte sie.</p>
<p class="bodytext">„Taktiert, gezaudert, verloren. Der Gipfel ist nicht erst in Kopenhagen gescheitert, sondern bereits auf dem Weg dorthin“, kritisiert „Brot für die Welt“-Direktorin <strong>Cornelia Füllkrug-Weitzel</strong>: „Viel zu lange haben Bundesregierung und EU taktiert, um die Kosten niedrig zu halten und damit den Entwicklungsländern jedes Vertrauen in die Einsichtsfähigkeit und Handlungsbereitschaft der EU genommen. Dass die EU-Regierungschefs Ende vergangener Woche kein positives Signal für ihre Reduktionsbereitschaft und für eine langfristige Finanzierungsbereitschaft für Anpassungsmaßnahmen gegeben haben, war fatal. Damit haben wir uns in die Hände derjenigen gespielt, die von Anfang an nicht an einem ambitionierten, fairen und vor allem auch verbindlichen Abkommen interessiert waren – zum Beispiel China.&quot;</p>
<p class="bodytext">Zusammenstellung: Frank Kürschner-Pelkmann</p>
<p class="bodytext">Foto: Michael Sondermann</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 21:31:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Entschlossenes Handeln gefordert</title>
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			<description>Am Freitag, dem 18. Dezember, muss die Entscheidung über ein neues Klimaabkommen fallen. Staats- und Regierungschefs aus mehr als 100 Ländern sind nach Kopenhagen gereist, um die bisher zähen Verhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Kurz vor diesem wichtigen Konferenzabschluss...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/Polar-Studie.jpg" alt="Foto: UN" style="BORDER-RIGHT: medium none; PADDING-RIGHT: 0px; BORDER-TOP: medium none; PADDING-LEFT: 0px; PADDING-BOTTOM: 0px; BORDER-LEFT: medium none; WIDTH: 180px; PADDING-TOP: 0px; BORDER-BOTTOM: medium none; HEIGHT: 120px" title="Foto: UN" class="layout-2" />Am Freitag, dem 18. Dezember, muss die Entscheidung über ein neues Klimaabkommen fallen. Staats- und Regierungschefs aus mehr als 100 Ländern sind nach Kopenhagen gereist, um die bisher zähen Verhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Kurz vor diesem wichtigen Konferenzabschluss veröffentlichen wir einige aktuelle Stellungnahmen zur Notwendigkeit eines gemeinsamen weltweiten Engagements für den Klimaschutz.</p>
<h2>Klimafachleute melden sich zu Wort</h2>
<p class="bodytext">In einem Interview mit Landeszeitung Lüneburg (17.12.2009) wurde der angesehene deutsche Klimaforscher Prof. <strong>Stefan Rahmstorf </strong>gefragt: „Endet der Gipfel als unverbindliches Palaver, drohen bis 2100 um sieben Grad höhere Durchschnittstemperaturen. Hätte der Mensch noch Platz auf dieser Erde?“ Seine Antwort lautete: „Eine sieben Grad wärmere Welt kann ich mir in den Auswirkungen auf die Menschheit nicht mehr vorstellen. Ich will das auch nicht. Mit Sicherheit ist das keine Welt, in die hineinzuwachsen ich meinen beiden Kindern zumuten möchte.“</p>
<p class="bodytext">Während die Länder auf dem Kopenhagener Gipfel hart um ihre Klimaziele ringen, fordern Forscher, so berichtet die Deutsche Presseagentur, weitere Anstrengungen. Die Industrieländer müssten ihre Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Die Verfasser der Studie <strong>„Copenhagen Diagnosis“</strong>, 26 weltweit führende Klimaforscher, betonten am Donnerstag, nur so sei sicherzustellen, dass die Erde sich nicht um mehr als zwei Grad erwärmt. Die EU hat bislang 20 Prozent Reduktion für diesen Zeitraum zugesagt, die USA umgerechnet rund 4 Prozent. Die Marke von zwei Grad Erwärmung könnte 2040 überschritten werden, wenn nicht umgehend Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes ergriffen werden. </p>
<p class="bodytext">Der Leiter des UN-Umweltprogramms, <strong>Achim Steiner</strong>, hat die Staatengemeinschaft davor gewarnt, nationale Egoismen vor einen Erfolg des Weltklimagipfels in Kopenhagen zu stellen. Nur wenn die Staaten auf nationale Interessen verzichteten, könnten sie eine wirksame weltweite Umweltpolitik gegen die Klimaerwärmung gestalten, sagte Steiner am Donnerstag im Fernsehsender N24. „Dieser Gipfel steht heute an einem Krisenpunkt, weil wir es nicht schaffen, über die nationalen Interessen hinaus eine globale Klimapolitik zu definieren. Da sind auch die USA gefordert, genauso wie China, aber auch die 190 anderen Länder hier“.</p>
<h2>Umwelt- und Klimaschutzorganisationen</h2>
<p class="bodytext">Zum aktuellen Stand des UN-Klimagipfels kommentierte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von <strong>Germanwatch</strong>, so: &quot;Mit zunehmender Zeitnot wird es immer schwieriger, wichtige politische und technische Teilfragen zu schließen. Zwei Tage vor Abschluss der Konferenz kommt es jetzt darauf an, dass konstruktive Kräfte aus Industrie- und Entwicklungsländern Koalitionen bilden und gemeinsam den Weg zu ambitionierten Reduktionszielen, zu den notwendigen langfristigen Finanzzusagen für Klima- sowie Regenwaldschutz und Anpassung sowie zu einem ambitionierten und rechtlich verbindlichen Abkommen zu bahnen. Angela Merkel kann dabei eine zentrale Rolle spielen. Dann aber muss sie über vage Ankündigungen hinaus zeigen, dass sie es ernst meint.&quot;</p>
<p class="bodytext">Noch besteht in Kopenhagen die Chance, den Durchbruch für ein ambitioniertes, rechtlich verbindliches Abkommen zu erreichen. &quot;Merkel nimmt eine Sonderrolle ein&quot;, weiß Klaus Milke, &quot;sie versteht das Problem, kennt den Prozess, weiß was Deutschland im Fall eines guten Abkommens gewinnen wird, und welche Konsequenzen der Welt ohne umfassendes Klimaregime drohen. Viele hier setzen auf Deutschlands Vermittlerrolle&quot;.</p>
<p class="bodytext">Hubert Weiger, Vorsitzender des <strong>BUND</strong> (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), äußerte in Kopenhagen: &quot;Wir brauchen schnell Fortschritte bei der Minderung der Treibhausgase. Entscheidend ist, dass sich die USA bewegen und ihre Klimaschutzangebote deutlich aufstocken. Schließlich ist ein Amerikaner durchschnittlich für zwanzig Tonnen CO<sub>2</sub>-Emissionen im Jahr verantwortlich. Fünf Mal mehr, als sich ein Chinese im Durchschnitt anrechnen lassen muss. Frau Merkel gilt als gute Moderatorin, in dieser Woche kann sie zeigen, ob sie es schafft, die USA so in die Kopenhagener Verhandlungen einzubinden, dass alle Industrieländer faire Anteile bei der Bewältigung der Klimakrise übernehmen.&quot;</p>
<p class="bodytext">&quot;Die Chance, ein internationales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 auf den Weg zu bringen, war nie so groß und wird nie wieder so groß sein wie jetzt&quot;, betont&nbsp; Alois Vedder vom <strong>WWF Deutschland</strong>. Die Bundesregierung müsse endlich wieder eine Führungsrolle übernehmen. &quot;Zurzeit fällt Deutschland von den vordersten Plätzen beim Klimaschutz zurück&quot;, ergänzt Vedder. &quot;Angela Merkel muss sofort nach der Ankunft in Kopenhagen ihren Teil dazu beitragen, dass ambitionierte Zahlen der EU auf den Tisch kommen und so der derzeitige Verhandlungsstillstand überwunden wird!&quot; &nbsp; </p>
<p class="bodytext">Ein gerechtes Abkommen wird es nach Ansicht des WWF nur mit klaren Finanzzusagen geben. Deutschland müsse dabei seinen fairen Anteil an der internationalen Finanzierung für Klimaschutz und Anpassung in den Entwicklungsländern tragen. Fair seien öffentliche Gelder in Höhe von jährlich sieben bis zehn Milliarden Euro bis 2020. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Kumi Naidoo, der Geschäftsführer von <strong>Greenpeace</strong><strong> International</strong>, schrieb am 14. Dezember 2009 in einem Beitrag für „die tageszeitung“: „Das große Projekt, das in Kopenhagen geboren werden muss, ist die globale Energie-Revolution. Als ich vor wenigen Jahren erstmals vom Greenpeace-Konzept der Energie-Revolution hörte, dachte ich noch, das mit der ‚Revolution’ sei nur eine sehr treffende Metapher. Inzwischen weiß ich, dass wir es buchstäblich nötig haben, unser Energie- und Wirtschaftssystem schnell und radikal umzubauen. Wenn das nicht revolutionär ist, was dann? </p>
<p class="bodytext">Auf der einen Seite haben wir den Traum von einer gerechten Welt. Auf der anderen Seite plagt uns der Albtraum eines galoppierenden Klimawandels, der noch mehr Elend und Vertreibung gerade für die Ärmsten zu bringen droht. In wenigen Tagen wissen wir, ob Kopenhagen uns unserem Traum oder unserem Albtraum näher gebracht hat. Bis dahin müssen die Politiker noch erheblichen Druck zu spüren bekommen. </p>
<h2>Stimmen aus den Kirchen</h2>
<p class="bodytext">Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks <strong>Misereor</strong>, Josef Sayer stellte vor dem Abschluss der Klimakonferenz fest: &quot;Wir erwarten, dass die Regierungen ihrer Verantwortung nachkommen und nun endlich handeln.&quot; Pure Absichtserklärungen, die habe es lang genug gegeben, so Sayer. &quot;Die bisherigen Zusagen für Treibhausgas-Reduktionen der Industrienationen betragen lediglich 13-18 Prozent gegenüber 1990. Diese Zahlen liegen weit unter dem benötigten Mindestmaß von 40 Prozent. Dieser Bruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist ein Skandal! Jeder weiß, was notwendig ist, aber niemand will wirklich etwas dafür tun, um die notwendigen Ziele auch zu erreichen. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die schon heute vom Klimawandel betroffen sind.&quot; </p>
<p class="bodytext">Die Gefahr, dass sich die Staaten Schlupflöcher vorbehalten, um ambitionierte Ziele zu verwässern, sei groß. &quot;Dabei bedeutet jede Verzögerung mehr Opfer in den Entwicklungsländern. Wenn es so weitergeht wie bisher, kommt es zu einer Erderwärmung von mindestens 3,4 Grad zum Ende dieses Jahrhunderts. Alle in Nord und Süd tragen Verantwortung für die Menschen im Süden und für die Lebenschancen der künftigen Generationen. Aber die Industrienationen müssen voran gehen. Wir können nicht zusehen, wie die Welt zum Teufel geht&quot;, so Sayer. </p>
<p class="bodytext">Die Bundesregierung müsse alles in ihrer Macht Stehende tun, damit sich die internationale Staatengemeinschaft beim UN-Gipfel von Kopenhagen auf verbindliche Ziele zum Klimaschutz einige. Das hat die Präses der Synode der <strong>Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)</strong>, Katrin Göring-Eckardt gefordert. „Wenn man die bewegenden Berichte aus aller Welt hört, von Menschen, die schon jetzt unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und deren Überleben von einem ambitionierten Abkommen der internationalen Staatengemeinschaft abhängt, wird klar: Wir stehen vor einer historischen Weichenstellung. Die Bundeskanzlerin hat die Chance, durch ihren Einsatz für ein faires, ambitioniertes und rechtlich bindendes Abkommen dieser historischen Verantwortung gerecht zu werden. Der Klimagipfel von Kopenhagen muss ein Erfolg werden.“ </p>
<p class="bodytext">Die Kirchen seien dabei verlässliche Partner für die Politik im Gegenüber zu kurzfristigen Wirtschaftsinteressen. „Der Klimawandel ist ein ethisches Problem – nicht nur im Blick auf Gerechtigkeit gegenüber den Entwicklungsländern, sondern auch in der Frage nach unserem eigenen Lebensstil.“ Die evangelische Kirche plädiere für eine „Ökonomie des Genug“: „Es gilt zu erkennen, dass ein Lebensstil, bei dem weniger Ressourcen verbraucht werden und weniger CO2-Emissionen anfallen, kein Lebensstil des Verzichts ist, sondern mehr Lebensqualität bedeuten kann.“ </p>
<p class="bodytext">Die <strong>katholischen Entwicklungs-Organisationen in Österreich</strong> fordern die Regierungsvertreter beim Klimagipfel in Kopenhagen am Donnerstag auf, die ins Stocken geratenen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen und ein &quot;ambitioniertes und bindendes Abkommen&quot; zu beschließen, das vor allem auch den Ärmsten zu Gute kommt.</p>
<p class="bodytext">&quot;Die Angebote der industrialisierten Staaten für Emissionsreduktionen und zur finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer decken bei Weitem nicht das, was die Gerechtigkeit fordert&quot;, betonte Josefa Molitor-Ruckenbauer, Koordinatorin der Kampagne &quot;Klima fair bessern&quot;, die von den katholischen Entwicklungs-Organisationen getragen wird. Die reichen Länder hätten die historische Verantwortung für den Klimawandel, der seine Auswirkungen bereits jetzt vor allem in Entwicklungsländern zeigt. Die Regierungsvertreter in Kopenhagen seien nun gefragt, die Stimmung der Öffentlichkeit aufzufangen und ernst zu nehmen. &quot;Besonders in diesen letzten Tagen der Konferenz zeigt sich, dass die Menschen bereit sind, sich für Klimagerechtigkeit einzusetzen. Jetzt müssen sich auch die politischen Vertreter bewegen.“ </p>
<p class="bodytext">(Zusammenstellung: Frank Kürschner-Pelkmann)</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 20:06:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Dringend weitere Unterschriften für Petition benötigt!</title>
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			<description>Eine weltweite Bewegung hat sich formiert, die auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs bei der UN-Klimakonferenz hin ausgerichtet ist: Avaaz. Avaaz bedeutet in vielen Sprachen &quot;Stimme&quot;. Auf der Website der globalen Initiative heißt es: „Die Zeit für einen letzten, massiven Schub ist...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/cop15.jpg" alt="UN-KLimakonferenz in Kopenhagen" style="BORDER-RIGHT: medium none; PADDING-RIGHT: 0px; BORDER-TOP: medium none; PADDING-LEFT: 0px; PADDING-BOTTOM: 0px; BORDER-LEFT: medium none; WIDTH: 200px; PADDING-TOP: 0px; BORDER-BOTTOM: medium none; HEIGHT: 140px" title="UN-Klimakonferenz in Kopenhagen" class="layout-2" />Eine weltweite Bewegung hat sich formiert, die auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs bei der UN-Klimakonferenz hin ausgerichtet ist: Avaaz. Avaaz bedeutet in vielen Sprachen &quot;Stimme&quot;. Auf der Website der globalen Initiative heißt es: „Die Zeit für einen letzten, massiven Schub ist gekommen – mit einem weltweiten öffentlichen Ruf nach einem echten Abkommen, das den katastrophalen Klimawandel stoppen kann. In den nächsten 72 Stunden können wir die größte Petition der Geschichte einreichen. Unterschreiben Sie. Erzählen Sie Ihren Freunden davon, und Avaaz wird diese Petition direkt an die Politiker am Kopenhagener Gipfel übergeben.“</p>
<p class="bodytext">Avaaz.org ist eine unabhängige, nicht-profitorientierte Organisation, die internationale Kampagnen organisiert und sicherstellt, dass die Meinungen und Wertvorstellungen der Weltöffentlichkeit globale Entscheidungen mitbestimmen). Avaaz akzeptiert kein Geld von Regierungen oder Konzernen und wird von einem internationalen Kampagnenteam betreut. Avaaz betreibt Büros in New York, Washington, London, Paris, Genf und Rio de Janeiro. Avaaz hat sich der weltweiten TckTckTck-Allianz angeschlossen, die sich für ein starkes Klimaschutzabkommen in Kopenhagen einsetzt.</p>
<p class="bodytext">Ein Avaaz-Team trifft sich täglich mit Verhandlungsführern auf dem Gipfel und organisiert die wohl spektakulärste Petitionsübergabe an Staats- und Regierungschefs, sobald sie eintreffen: „Wir bauen einen riesigen Stapel mit Kisten mit den Namen der Unterzeichner -- und jeder Name wird laut vorgelesen. Die größte Petition in der Geschichte wird den Entscheidungsträgern keinen Zweifel lassen: die Weltöffentlichkeit sieht zu.“</p>
<p class="bodytext">Hier der Text der Petition: </p>
<h2>Petition an die 110 verhandlungsführenden Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen</h2>
<p class="bodytext">&quot;Wir fordern jeden Einzelnen von Ihnen auf, die notwendigen Zusagen zu machen, um Ihrer historischen Verantwortung in dieser Krise gerecht zu werden. Die reichen Länder müssen eine faire Finanzierung anbieten, und alle Länder müssen bezüglich der Emissionen ambitionierte Ziele setzen. Verlassen Sie Kopenhagen nicht ohne ein gerechtes, ehrgeiziges und verbindliches Abkommen, das die Welt vor der katastrophalen Erwärmung um 2 Grad bewahrt.&quot;<em> </em></p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.avaaz.org/de/save_copenhagen_germany/?cl=404578442&amp;v=4939" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img width="14" src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" height="10" alt="" />Hier</a> können Sie die Petition unterschreiben. (FKP)</p>]]></content:encoded>
			<category>Aktiv werden</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 11:11:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Klimaschutzzusagen im internationalen Vergleich</title>
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			<description>Das UN-Entwicklungsprogramm UNEP hat einen „Climate Pledge Tracker“ entwickelt und online gestellt. Diese Übersicht ermöglicht es, auf einen Blick zu erkennen, welches Land welche Zusagen für den Klimaschutz gemacht hat. Orientierungspunkt ist das Ziel, die globale Klimaerwärmung auf zwei Grad...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/onlineTool.jpg" alt="Climate Pledge Tracker" style="BORDER-RIGHT: medium none; PADDING-RIGHT: 0px; BORDER-TOP: medium none; PADDING-LEFT: 0px; PADDING-BOTTOM: 0px; BORDER-LEFT: medium none; WIDTH: 200px; PADDING-TOP: 0px; BORDER-BOTTOM: medium none; HEIGHT: 140px" title="Climate Pledge Tracker" class="layout-2" />Das UN-Entwicklungsprogramm UNEP hat einen „Climate Pledge Tracker“ entwickelt und online gestellt. Diese Übersicht ermöglicht es, auf einen Blick zu erkennen, welches Land welche Zusagen für den Klimaschutz gemacht hat. Orientierungspunkt ist das Ziel, die globale Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Berücksichtigt werden in der ersten Phase die Zusagen der 27 EU-Staaten und 25 weiterer Länder, darunter 11 Entwicklungs- und Schwellenländer (China, Indien, Südafrika u.a.). </p>
<p class="bodytext">Auf einer Weltkarte können die einzelnen Länder angeklickt werden, um deren Angebote kennen zu lernen und dazu Erläuterungen zu erhalten. Der „Climate Pledge Tracker“ bringt also Transparenz in ein Dickicht von Zusagen und Ankündigungen. Die Zusagen der einzelnen Länder werden jeweils auf den aktuellen Stand gebracht, dann in ihrer Wirkung für die Stichjahre 2020 und 2050 addiert und mit den Erfordernissen für die angestrebte Begrenzung der globalen Erwärmung verglichen. </p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.unep.org/climatepledges/" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="typo3/sysext/rtehtmlarea/htmlarea/plugins/TYPO3Browsers/img/external_link_new_window.gif" alt="" />Hier</a> finden Sie den „Climate Pledge Tracker“ im Internet. (FKP)</p>]]></content:encoded>
			<category>Politik und Gesellschaft</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 10:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ban Ki-moon: Die Chance, den Lauf der Geschichte zu ändern</title>
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			<description>Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sind am Dienstag die Beratungen auf Ministerebene offiziell eröffnet worden. „Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, was die Welt erwartet“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in seiner Eröffnungsansprache vor den Delegierten aus 192 Staaten. „Unsere...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><img src="fileadmin/user_upload/BILDER/Klimawandel/ban091217.jpg" alt="UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Foto: UN" style="BORDER-RIGHT: medium none; PADDING-RIGHT: 0px; BORDER-TOP: medium none; PADDING-LEFT: 0px; PADDING-BOTTOM: 0px; BORDER-LEFT: medium none; WIDTH: 200px; PADDING-TOP: 0px; BORDER-BOTTOM: medium none; HEIGHT: 140px" title="UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Foto: UN" class="layout-2" />Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sind am Dienstag die Beratungen auf Ministerebene offiziell eröffnet worden. „Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, was die Welt erwartet“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in seiner Eröffnungsansprache vor den Delegierten aus 192 Staaten. „Unsere Aufgabe ist es, hier und jetzt, in unserem gemeinsamen Interesse eine Vereinbarung zu erreichen.“ </p>
<p class="bodytext">Jetzt gebe es die Chance, „den Lauf der Geschichte zu ändern“, den Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern und die zu schützen, die diesen Schutz am dringendsten brauchen. Der UN-Generalsekretär formulierte die folgenden fünf Erwartungen an die Konferenz: ehrgeizigere mittelfristige Ziele der Industriestaaten für einen geringeren Kohlendioxid-Ausstoß, größere Anstrengungen der Entwicklungsländer, die Zunahme ihrer Emissionen zu begrenzen, Regelungen zur Anpassung an Klimafolgen, finanzielle und technische Unterstützung und ein transparentes, faires Verfahren, &quot;in dem alle Staaten eine Stimme haben&quot;. All dies müsse so schnell wie möglich in einem rechtlich bindenden Klimaabkommen festgelegt werden. &quot;Unsere Zukunft beginnt heute&quot;, sagte Ban. „Niemand wird alles bekommen, was er in diesen Verhandlungen erhofft. Aber wenn wir zusammenarbeiten und einen Vertrag abschließen, wird jeder das bekommen, was er benötigt.“</p>
<p class="bodytext">Man könne nicht alle Probleme erst in letzter Minute lösen, also erst dann, wenn am Freitag die Staats- und Regierungschefs tagen, mahnte Ban Ki-moon. Die Minister aus aller Welt sollen die Dokumente soweit verhandeln, dass man den über 110 Staats- und Regierungschefs einen möglichst unterschriftsreifen Entwurf eines Abkommens vorlegen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Staaten von „maximalistische“ Verhandlungspositionen abrücken und „unvernünftige“ Forderungen aufgeben. Ban Ki-moon betonte: „Wir haben kein weiteres Jahr, um zu verhandeln, die Natur verhandelt nicht.“&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
<h2>Mehr Finanzmittel benötigt</h2>
<p class="bodytext">In einem Pressegespräch am Mittwoch stellte der UN-Generalsekretär heraus, wie wichtig die Unterstützung armer Länder bei der Anpassung an die nicht mehr zu vermeidenden Folgen des Klimawandels ist. Er forderte „ausreichend finanzielle und technologische Unterstützung für die Entwicklungsländer und besonders die verletzlichsten Staaten“. Ohne eine solche Unterstützung könne die Kluft zwischen entwickelten und weniger entwickelten Ländern nicht überwunden werden. Er betonte außerdem die Wichtigkeit einer „verbindlichen Verpflichtung der entwickelten Länder, eine langfristige finanzielle Unterstützung bereitzustellen. Auch sollten die Grundlagen für den Mechanismus oder die Mechanismen für die Bereitstellung der finanziellen Unterstützung formuliert werden“.&nbsp; </p>
<h2>Ende der Schuldzuweisungen gefordert</h2>
<p class="bodytext">Der UN-Generalsekretär hatte schon bei seiner Ankunft in Kopenhagen ein Ende der Schuldzuweisungen gemahnt: „Es ist jetzt an der Zeit, nicht länger mit dem Finger aufeinander zu zeigen.“ Er richtete diesen Appell an die Adresse der Vertreter der reichen und armen Länder. Statt zu streiten, sollten die Staaten ihre Klimaziele heraufschrauben und so die stockenden Verhandlungen retten. Beide Seiten müssten ambitioniertere Angebote auf den Tisch legen. Ban Ki-moon erklärte, er sei weiter vorsichtig optimistisch, dass es ein erfolgreiches Ergebnis geben werde. (Frank Kürschner-Pelkmann)</p>]]></content:encoded>
			<category>Vereinte Nationen &amp; int. Organisationen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 09:33:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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