Ansteigende Treibhausgas-Emissionen und
die so verursachte globale Temperaturerhöhung wirken auf das Klimasystem
der Erde: Gletscher und polare Eisschilde schmelzen, wichtige Ökosysteme
sind gefährdet, Windsysteme und Meeresströmungen erfahren weitreichende
Veränderungen. Zentrale Prozesse und Regionen im Erdsystem drohen durch
menschliche Einflüsse über ihre Grenzen hinaus belastet zu werden und
können „kippen“ – mit drastischen Folgen für Mensch und Umwelt. Die sogenannten
„Kippelemente“ des Weltklimas reagieren sehr empfindlich auf den Klimawandel.
Nur eine geringfügige äußere Einwirkung kann eine starke Reaktion auslösen.
Ist der Kipppunkt erst einmal erreicht, ist eine Umkehrung häufig nicht mehr
möglich. Da sich viele Prozesse in dem komplexen und vielschichtigen Klimasystem
der Erde wechselseitig beeinflussen, kann sich das Überschreiten eines
Kipppunkts auf andere Kippelemente auswirken.
Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) identifiziert
verschiedene Kippelemente, die sich in ihrer Anfälligkeit und Wahrscheinlichkeit
eines Umkippens unterscheiden. Auftauen des Permafrostbodens, Zerstörung
von Wäldern und Korallenriffen, dramatische Schwankungen der Intensität
des Indischen Monsuns, Verstärkung von Meeresströmungen im Pazifik (El-Niño-Effekt),
welche verheerende Naturkatastrophen auslösen – weltweit zeichnen sich
gravierende Änderungen im Klimasystem ab, die mit dem fortschreitenden
Klimawandel ungeahnte Gefahren und Ungewissheiten bergen.
Quellen:
PIK Potsdam: Kippelemente – Achillesfersen im Erdsystem (
Link)
PIK (23.6.2011): Kipp-Elemente im Klimasystem: Forscher verfeinern ihre
Einschätzung (
Link)
PIK
(5.2.2008): Kippelemente im Klimasystem der Erde (
Link)
Bildnachweise:
Bild links: Eisbedeckung in der Arktis, Winter 2003.
Foto: NASA Goddard's Scientific Visualization
Studio
Bild mitte: Brownstone Canyon, USA, Foto: Trail Sherpa, flickr.com
Bild rechts: Eingefrorene Methangasblasen, Foto: Fikret Onal, flickr.com
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