Energiefragen und Treibhausgase

Foto: UNEP

Kohlendioxid und Treibhausgase haben einen entscheidenden Anteil daran, dass sich die globalen Durchschnittstemperaturen seit einigen Jahrzehnten dramatisch erhöhen. Davon sind inzwischen fast alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überzeugt. Zahllose wissenschaftliche Studien belegen dies im Detail. Nicht mehr zu verhindern ist, dass sich die Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten weiter erhöhen werden. Offen ist, in welchem Umfang dies geschehen wird. Um das angestrebte Ziel einer Temperaturerhöhung um nicht mehr als 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu erreichen, sind in den nächsten Jahren durchgreifende Maßnahmen erforderlich.

Eines der wichtigsten Ziele muss es sein, den Kohlendioxidausstoß bei der Energieerzeugung und durch den Autoverkehr stark zu vermindern. Im Energiesektor kommt es vor allem auf eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs in den Industriestaaten und in den modernen Sektoren der Schwellenländer an. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht von Energiesparlampen über eine bessere Wärmedämmung bis zu energiesparenden Fertigungsmaschinen in der Industrie. Auf solchen Gebieten besteht ein großes Einsparpotenzial. Je früher solche Maßnahmen getroffen werden, die mit keiner oder nur minimalen Einschränkungen der bisherigen Lebensweise verbunden sind, desto weniger Maßnahmen sind erforderlich, die im Interesse des Klimas solche Einschränkungen erfordern.

Erst der zweite Schritt ist die klimaschonende Erzeugung derjenigen Energie, die unabdingbar erforderlich ist. Der Anteil nachhaltiger Formen der Energieerzeugung muss deutlich erhöht werden, während Kohlekraftwerke, die das Klima stark schädigen, nur noch als Übergangstechnologie angesehen werden können. Beim Autoverkehr sind sowohl technische Verbesserungen („3-Liter-Auto“) als auch ein Umlenken der Bürgerinnen und Bürger sowie des Gesetzgebers erforderlich. Eine Reduzierung des Autoverkehrs erscheint unverzichtbar. Ähnliches gilt für den Flugverkehr.

In den Entwicklungs- und Schwellenländern haben breite Bevölkerungskreise einen großen Nachholbedarf an ausreichender und finanzierbarer Energie. Dies muss nicht zu einer stärkeren Belastung der Atmosphäre mit Kohlendioxid führen. Wenn Energieerzeugung mit Brennholz durch Solarenergie ersetzt wird, reduziert dies die Arbeitsbelastung der Frauen (die zeitintensive Beschaffung von Brennholz entfällt), schränkt die Vernichtung der verbliebenen Bäume und Gehölze ein und erhöht zugleich die Lebensqualität der Familien.

Ernste Gefahren für das globale Klima entstehen dadurch, dass immer größere Flächen tropischen Regenwaldes zerstört werden, um Tropenholz zu schlagen und neue landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Dass diese Flächen häufig für Ölpalmplantagen und für den Futtermittelanbau dienen, die beide auf den Export ausgerichtet sind, macht deutlich, dass gemeinsames internationales Handeln erforderlich ist, um die Regenwälder zu retten. Dazu gehört auch, die Entwicklungsländer – auch finanziell – dabei zu unterstützen, ihre Waldbestände nur eingeschränkt so zu nutzen, dass sie durch diese Nutzung nicht zerstört werden. Dies ist ein Beispiel dafür, dass nur internationale Zusammenarbeit die Energie- und Treibhausgasprobleme lösen kann.

Energiefragen & Treibhausgase | 05.04.2013

Ein Ende der Energiesubventionen nützt Klima und Armen

Der Internationale Währungsfonds kritisiert vorherrschende Energiepolitik

Gewaltige Summen fließen jedes Jahr in die Subventionierung der Energieerzeugung, um niedrige Benzin- und Strompreise zu ermöglichen. Das freut die privaten und industriellen Verbraucher. Aber solche Subventionen schaden dem Klima, der Umwelt und der wirtschaftlichen Entwicklung. Zu diesem Ergebnis ist der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer Studie gekommen. Gefordert werden deshalb Energiepreise, die alle tatsächlichen Kosten widerspiegeln, und eine CO2-Steuer.

Energiefragen & Treibhausgase | 06.02.2013

Kochen ohne lange Wege

Ökoöfen in Brasilien erleichtern indigenen Frauen und ihren Familien das Leben

Delma Gonçalves musste früher jeden Tag vier Stunden laufen, um Holz für ihren Ofen zu holen. Dazu füllte das Feuer ihr kleines Haus mit gesundheitsschädlichem Rauch. Mittlerweile hat sie einen Ökoofen, der ihr Leben grundlegend verändert hat – und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Energiefragen & Treibhausgase | 12.11.2012

100 Prozent Solarenergie – eine Energiewende im Südpazifik

Tokelau setzt ein Beispiel für den Klimaschutz

„Es war großartig, die Stille zu hören, als der Dieselgenerator abgeschaltet worden war und die Insel zum ersten Mal mit Solarstrom versorgt wurde.“ Als erstes Land auf der Welt hat Tokelau den Übergang zur vollständigen Erzeugung der Elektrizität aus Solarenergie geschafft. Eine Erfolgsgeschichte vom anderen Ende der Welt.

Energiefragen & Treibhausgase | 21.09.2012

Schädigung der Ozonschicht wird gestoppt

Vereinte Nationen ziehen positive Bilanz von 25 Jahren „Montreal-Protokoll“

Die Produktion und der Verbrauch von ozonzerstörenden Substanzen haben sich in den letzten 25 Jahren um 98 Prozent vermindert.

Energiefragen & Treibhausgase | 06.07.2012

Hoffen auf ein Fernsehgerät

Solarenergie verändert Botswanas Dörfer

„Das hat die Welt meiner Kinder grundlegend verändert“, sagt Frau Mokgathe mit einem Lächeln. „Sie verwenden jetzt auch mehr Zeit zum Lesen und für ihre Hausarbeiten.“ Allerdings, wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten, und so hat die Mutter jetzt größere Mühe, ihre Kinder abends ins Bett zu bekommen als früher, wo das Dorf abends in Dunkelheit versank.

UN-aktuell | 24.01.2012

Fotostrecke zum Internationalen Jahr der nachhaltigen Energie 2012

Das "Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle" will Regierungen, den Privatsektor und die Zivilgesellschaften ansprechen. Es geht darum, zeitgleich die Stromversorgung weltweit auszubauen, den Klimawandel zu bekämpfen und zur Entwicklung armer Staaten beizutragen.

UN-aktuell | 22.12.2011

Internationales Jahr der nachhaltigen Energie für alle 2012

Die UN-Generalversammlung  hat 2012 zum "Internationalen Jahr der nachhaltigen Energie für alle" erklärt - anlässlich der Rio +20 Konferenz und aufgrund der globalen Bedeutung von erneuerbarer Entwicklung. Der Zugang zu nachhaltiger, sauberer Energie ist ein Schlüssel, um Menschen zu langfristiger, dauerhafter und nachhaltiger Entwicklung zu verhelfen, die weltweite Armut konstant zu bekämpfen und die Milleniumsentwicklungsziele zu erreichen.

Energiefragen & Treibhausgase | 10.11.2011

„Dann wird die Tür für immer zugeschlagen sein“

Bericht der Internationalen Energie-Agentur lässt noch mehr Energieverbrauch und Klimawandel befürchten

Im Jahre 2010 ist der weltweite Primärenergieverbrauch um 5% gestiegen und die klimaschädlichen CO2-Emissionen haben einen neuen Höchststand erreicht. Zu diesem beunruhigenden Ergebnissen kommt die „Internationale Energie-Agentur“ (IEA) in ihrem diesjährigen Bericht „World Energy Outlook“. Ein Grund für die steigenden Emissionen sind die hohen Subventionen für den Verbrauch fossiler Brennstoffe von weltweit 400 Milliarden Dollar. Diese Subventionen nehmen vielerorts jeden Anreiz zum Einsparen von Energie, sodass sich sowohl 2009 als auch 2010 die weltweite Energieeffizienz vermindert hat.

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MICCA – ein UN-Programm zur Verminderung der klimaschädlichen Auswirkungen der Landwirtschaft

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Die Landwirtschaft trägt zu 14% zum globalen Klimawandel bei, ein Anteil, der fast so hoch ist wie der des Transportsektors. Hinzu kommen die Auswirkungen der Veränderungen der Landnutzung auf das Klima, vor allem die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen in bisherigen tropischen Regenwaldgebieten. Diese Veränderungen tragen mit weiteren 17% zum Klimawandel bei. Deshalb bemüht sich die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO (Food and Agricultural Organization of the United Nations) um eine Verminderung der klimaschädlichen Auswirkungen der Landwirtschaft. Es soll erreicht werden, diesen Klimaschutz mit einer Erhöhung der Produktion zu verbinden. Diese Produktionserhöhung ist angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung dringend geboten.

Um diese Ziele zu erreichen, hat die FAO im Jahre 2010 das „MICCA-Programm“ ins Leben gerufen. MICCA steht für „Mitigation of Climate Change in Agriculture“, also sinngemäß Minderung des Beitrags der Landwirtschaft zum Klimawandel. Das MICCA-Programm wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium sowie von staatlichen Stellen in Finnland und Norwegen gefördert.

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UNIDO – das Ziel einer klimafreundlichen Industrieproduktion

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Ohne einen Ausbau ihrer industriellen Kapazitäten werden viele Entwicklungsländer nicht den Anschluss an die Wachstumsbereiche der globalen Wirtschaft schaffen, sondern weiterhin lediglich Lieferanten von Rohstoffen bleiben. Deshalb ist die „Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung“ (United Nations Industrial Development Organization – UNIDO) bestrebt, die Industrialisierung wirtschaftlich armer Länder zu fördern. Angesichts des globalen Klimawandels und zahlreicher ökologischer Probleme propagiert UNIDO inzwischen eine „grüne Industrie“. Es soll also versucht werden, die Industrie in Entwicklungsländern stark zu erweitern, ohne dadurch Klima und Umwelt wesentlich stärker zu belasten.

UNIDO berät sowohl Industrieunternehmen als auch Regierungen dabei, eine „grüne Industrie“ aufzubauen. Hierfür werden Beratungsbüros in vielen Ländern und Regionen unterhalten, zum Teil in Verbindung mit den Länderbüros des UN-Entwicklungsprogramms UNDP. Schlüsselbegriffe der Beratung sind „Energieeffizient“ und „erneuerbare Energie“. In der Broschüre „Energy and Climate Change“ (pdf-Datei, 3 MB)  hat UNIDO seine Konzepte für eine grüne Schwerpunktsetzung in der Industrie dargestellt. Als ein Ziel wird formuliert: „Nachhaltige industrielle Entwicklung erfordert Maßnahmen, die es erlauben, Wirtschaftswachstum mit einer Minimierung der Umweltschädigung zu verbinden.“

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