Klimaflüchtlinge

Manchen Menschen steht als Folge des Klimawandels das Wasser schon bis zum Hals. Foto: L. Abssi/IRIN

Wenn die weltweiten Durchschnittstemperaturen in diesem Jahrhundert um vier Grad steigen sollten, könnten laut UNDP etwa 330 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre bisherigen Wohngebiete wegen verheerender Überschwemmungen aufzugeben. Allein in Bangladesch wären über 70 Millionen Menschen betroffen. Bereits heute stehen die Bewohner kleiner Pazifikstaaten  nicht mehr vor der Frage, ob sie ihre Heimat verlassen müssen, sondern nur, wie lange sie noch auf den heimatlichen Atollen ausharren können, die im Meer zu versinken drohen. Auch karibische Inselstaaten sind bedroht, vom Meer überspült zu werden. Ein Anstieg der Meeresspiegel von „nur“ 50 Zentimetern würde bewirken, dass viele karibische Inseln ihre Sandstrände und damit die Grundlage für den wirtschaftlich unverzichtbaren Tourismus verlieren würden.

Überflutungen von Küstenregionen und Inseln sind nicht die einzigen Gründe für die erzwungene Migration größerer Bevölkerungsgruppen aufgrund von Klimaveränderungen. Besonders groß ist der Migrationsdruck am Südrand der Sahara. Die rasche Ausbreitung der Wüste zwingt immer mehr Menschen, ihre bisherigen Siedlungsgebiete in der Sahel-Zone aufzugeben und entweder in den Süden des eigenen Landes zu ziehen oder in andere Länder auszuwandern. Ähnliche Prozesse gibt es am Rande anderer Wüstengebiete.

Viele Politiker in den westlichen Industriestaaten befürchten, dass die durch den globalen Klimawandel verursachte Migration von Millionen Menschen auch dazu führen wird, dass mehr Menschen aus dem ärmeren Süden der Welt versuchen werden, in wirtschaftlich reicheren Ländern eine neue Heimat zu finden. Zugleich wird es, wenn der Klimawandel sich wie befürchtet fortsetzt, auch in der nördlichen Hemisphäre – zunächst begrenzte – Migrationsbewegungen geben. Dies betrifft vor allem flache Küstenzonen sowie arktische Regionen.

Neben den Maßnahmen zur Begrenzung der Klimaerwärmung gilt es, die von der Vertreibung bedrohte Bevölkerung zu unterstützen, z.B. durch Flutschutzmaßnahmen in Küstenregionen, Projekten zum Stopp der Desertifikation sowie Entwicklungsprogramme, die neue wirtschaftliche Existenzgrundlagen schaffen. Die Menschen, die sich aufgrund der verschlechterten Umwelt- und Lebensbedingungen in ihrer Heimat zur Migration entschließen, brauchen die Bereitschaft, sie aufzunehmen und zu unterstützen beim Aufbau einer neuen Existenz.

 

Klimaflüchtlinge | 05.12.2011

Sahel-Zone: Flucht vor den Folgen des Klimawandels

UN-Studie belegt den Zusammenhang von Klimawandel, bedrohten Lebensgrundlagen und Migration

Die Durchschnittstemperatur in der westafrikanischen Sahelzone hat sich zwischen 1970 und 2006 um durchschnittlich etwa 1 Grad Celsius erhöht, in einigen Gebieten sogar um bis zu 2 Grad. Das ist für einen so kurzen Zeitraum eine dramatische Erhöhung, die gravierende Auswirkungen auf Niederschläge, Vegetation und Bevölkerung gehabt hat. Dies geht aus einer Studie hervor, die das UN-Umweltprogramm UNEP am 5. Dezember 2011 bei der internationalen Klimakonferenz in Durban präsentiert hat. Berücksichtigt wurden die 17 westafrikanischen Staaten südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Tschad.

UN-aktuell | 22.07.2011

Kopf im Sand

Klimawandel im Sicherheitsrat - nur schwaches Signal

Der Klimawandel als Friedensbedrohung stand am 20. Juli 2011 in New York auf der Tagesordnung des UN-Sicherheitsrats - auf Initiative Deutschlands, das in diesem Monat den Vorsitz führt. Die mehr als 65 Staaten, die sich in der offenen Debatte zu Wort meldeten, diskutierten aber fast mit größerem Elan, ob der Sicherheitsrat überhaupt das richtige Gremium für eine solche Debatte ist. Nach langen Verhandlungen konnten sich die 15 Ratsmitglieder doch noch auf eine schwache Erklärung einigen.

DGVN-Nachrichten | 12.05.2011

"Migration als Chance": DGVN stellt neueste Multimedia-DVD vor

Am Samstag, den 07. Mai 2011 stellte Generalsekretärin Dr. Beate Wagner am Rande der Filmvorführung "Climate Refugees" von Michael Nash die neueste Multimedia-DVD der DGVN mit dem Titel "Migration als Chance" vor.

 

Klimaflüchtlinge | 22.03.2010

Klimawandel treibt Afrikaner in die Flucht

Veränderungen der Umwelt gehören zu den Hauptgründen für Migration in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Hannover und der United Nations University in Bonn. Sie konnten zeigen, dass Migration in dieser Region besonders dann in großem Maßstab stattfindet, wenn sich der Boden etwa durch Wasserknappheit und Verschmutzung verschlechtert und andere Faktoren wie politischer Druck, bewaffnete Zwischenfälle, ethnische Spannungen oder Armut einwirken.

Klimaflüchtlinge | 04.12.2009

Flucht vor dem Klimawandel

Professor Cord Jakobeit„Wir müssen Freiräume schaffen, damit andere noch die Wahl haben. Wir haben noch die Wahl, andere nicht mehr.“ So fasste Professor Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Redaktionsleiter von SWR International, ein Ergebnis der Podiumsdiskussion zum Thema „Klimawandel und Migration“ zusammen. Diese Diskussion fand am 30. November 2009 im Rahmen der Fachtagung „Migration im Fokus – menschliche Entwicklung, Klimawandel, Frauen“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen in Berlin statt. Bei der Podiumsdiskussion wurde deutlich, wie sich der nicht mehr zu verhindernde Klimawandel auf die Migrationsströme auswirkt. Immer mehr Menschen im Süden der Welt sehen sich gezwungen, angesichts der Folgen des Klimawandels ihre Heimat zu verlassen. Damit sie noch eine Wahl haben, ist eine andere Klimapolitik in Industriestaaten wie Deutschland dringend erforderlich.

Fotostrecke - Klimawandel und Vertreibung

UNHCR: Durch den Klimawandel vertriebene Menschen brauchen vielfältige Unterstützung

UNHCR Logo

Pessimistische Prognosen besagen, dass bis zum Jahr 2050 etwa 150 Millionen Menschen ihre Heimatgebiete aufgrund von Problemen verlassen müssen, die mit den Folgen des globalen Klimawandels zusammenhängen. Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UN High Commissioner for Refugees – UNHCR) beschäftigt sich seit einigen Jahren damit, wie der rechtliche Schutz und die praktische Unterstützung dieser Menschen verbessert werden können.

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