Der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario sondern schon Realität. Hier finden Sie das Leitbild dieser Themenseite.

Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unterernährung oder sind ständig von diesen Gefahren bedroht. Mehr als ein Viertel aller Kinder in Entwicklungsländern müssen mit Untergewicht und Wachstumsdefiziten leben und überleben. Um so beunruhigender ist es, dass als Folge des globalen Klimawandels die Ernährungssicherheit vieler Millionen Menschen in Zukunft noch stärker bedroht sein wird.
Schon heute zeigt sich zum Beispiel im südlichen Afrika, dass der Umfang der Niederschläge zurückgeht, dass es immer unberechenbarer wird, wann die Regenzeiten einsetzen, und dass die Zahl der Extremwetter-Ereignisse zunimmt. Die Folge ist, dass Millionen Bauernfamilien um ihre Ernteerträge und damit ihre Existenzgrundlage fürchten müssen. Dürrekatastrophen und Überschwemmungen treten immer häufiger auf und machen Millionen Menschen von Katastrophenhilfe abhängig.
Es gibt inzwischen zahlreiche bewährte Maßnahmen, um sich in solch prekären Situationen an den Klimawandel anzupassen, insbesondere im Bereich der Wasserversorgung. Ein Ausbau der modernen Bewässerungslandwirtschaft ist dann möglich, wenn dauerhaft genügend Grund- oder Oberflächenwasser zur Verfügung steht, ohne dass die Ökologie oder andere Wassernutzer geschädigt werden. Nachhaltige Wassernutzung und nachhaltige Landwirtschaft sind unverzichtbar, damit sich ländliche Gemeinschaften dauerhaft an den Klimawandel anpassen können. Anpassungsmaßnahmen zugunsten der ländlichen Bevölkerung sind auch ein wichtiger Schritt, um das Konfliktpotenzial in diesen Gebieten zu vermindern. Dort, wo als Folge des Klimawandels die für das Überleben wichtigen Ressourcen immer knapper werden, steigt auch die Zahl bewaffneter Auseinandersetzungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Klimawandel dazu zwingt, bisherige Konzepte ländlicher und landwirtschaftlicher Entwicklung zu überprüfen und ggf. umzugestalten.
Am 13. Juli 2010 berichtete IRIN, die UN-Nachrichtenagentur zu humanitären Problemen, über die Überflutung von Flussinseln im Brahmaputra, dem gewaltigen Strom, der Bangladesch von Nord nach Süd durchzieht. In der Monsunzeit kommt es immer wieder zu solchen Überflutungen. Aber dieses Mal haben bereits jetzt 600.000 Inselbewohner ihr Zuhause verloren, und es gingen große Landwirtschaftsflächen in den Fluten unter. Es gab immer Monsunzeiten am Brahmaputra, aber der globale Klimawandel hat die Situation bereits jetzt dramatisch verschlechtert.
„In meinem bisher 80 Jahre dauernden Leben als Viehzüchter war es noch nie so, wie wir es jetzt erleben. Es ist unberechenbar geworden, wann es im Jahr regnet, und es gibt eine starke Abwanderung von Viehzüchtern aus dieser Gemeinschaft in städtische Zentren wie Nairobi sowie Städte in Uganda und anderswo. Die wenigen Tiere, die wir noch haben, die die Dürre überlebt haben, werden von neuen Krankheiten geplagt, die wir bisher gar nicht kannten. Unser Vieh stirbt, und wir wissen nicht warum. Wir fürchten uns sogar davor, das Fleisch zu essen, weil wir Angst davor haben, dass die Krankheiten auf Menschen übertragen werden könnten.“ So beschreibt Bote Bora, nomadisierender Viehzüchter in Kenia, seine Situation.
„Wenn die globale Gemeinschaft ihre Möglichkeiten nutzt, sind die lebendigen Systeme der Erde unsere besten Verbündeten im Kampf zur Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels.“ Dies betonte Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, Anfang Juni 2009 bei der Präsentation eines neuen UNEP-Berichtes.
Die klimaschädlichen Emissionen der Landwirtschaft in Entwicklungsländern haben zwischen 1990 und 2005 um 32% zugenommen. Das ist einer der Gründe, warum die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO fordert, dass das Thema Landwirtschaft stärker in die Vertragsverhandlungen bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen einbezogen wird.
In den nächsten 70 Jahren könnte sich die landwirtschaftliche Produktion im südlichen Afrika auf die Hälfte vermindern. Diese Befürchtungen beruhen auf neuen Forschungsarbeiten zu den Folgen des Klimawandels und wurden Mitte April 2009 auf einer Konferenz in Durban/Südafrika vorgestellt.
Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO setzt sich dafür ein, dass bei den Verhandlungen über ein neues internationales Klimaabkommen die Landwirtschaft stärker in den Blick kommen muss.
Viele Fischbestände auf der Welt werden bereits heute bis zum Maximum genutzt, vielerorts kommt es zu einer Überfischung. Deshalb bereitet es Wissenschaftlern Sorge, wie sich der Klimawandel in dieser ohnehin prekären Situation auswirken wird.
Die Vereinigten Staaten, Mexiko, der Mittelmeerraum, Teile von Nordchina, das südliche Afrika, Australien und Teile von Südamerika sind besonders von großen Dürren bedroht. Zu diesem Ergebnis kamen die mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die am 16. und 17. Februar 2009 am „International Workshop on Drought and Extreme Temperature“ in Peking teilnahmen.
Ohne eine nachhaltige Landwirtschaft sind die Welternährung, die Umwelt und das Klima in den kommenden Jahrzehnten stark gefährdet.
Übernutzung der Wasservorräte, Klimawandel und eine unzureichende Zusammenarbeit unter den Ländern bedrohen die Versorgung mit sauberem Wasser für die Hälfte der 1,5 Milliarden Menschen, die in Südasien leben.
Etwa 250 Millionen Menschen in den ländlichen Gebiet Afrikas werden als Folge des Klimawandels im Jahre 2020 keine ausreichende Versorgung mit sauberem Wasser haben. Besonders gravierend werden die Probleme der Viehzüchterfamilien sein. Zu diesem Ergebnis kam eine Fachtagung, die Ende Januar 2009 gemeinsam vom UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) und der African Union (dem Zusammenschluss der afrikanischen Staaten) in Nairobi durchgeführt