Zur Homepage: Klimawandel bekämpfen

UN-Gremien und Klimaschutz

Globale Umweltpolitik bündelt sich in verschiedene Gremien der Vereinten Nationen (UN). Welche UN-Institutionen sind an der Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels beteiligt? Welche Aufgaben übernehmen sie? Wie haben sich diese Organe untereinander vernetzt und welche Wechselbeziehungen bestehen?  Die nachfolgende Aufstellung vermittelt einen Gesamtüberblick über das UN-System im Bereich Klimaschutz  ...weiter

UNFCCC

United Nations Framework Convention on Climate Change / Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (oder Klimarahmenkonvention)
Die bedeutendste Klimaschutz-Einrichtung der Vereinten Nationen bildet das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und das später darin eingebundene Kyoto-Protokoll. Die Konvention wurde 1992 auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro angenommen,  trat 1994 in Kraft und ist seither von 192 Staaten ratifiziert. UNFCCC war damit der erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem anging und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention hat seinen Sitz in Bonn, es kümmert sich um die organisatorische Vorbereitung und Planung der internationalen Verhandlungsprozesse zum Klimaschutz, liefert Expertenwissen für Verhandlungen und Institutionen und informiert über die Umsetzung der Konvention. Die Konferenz der Vertragsparteien ist das höchste Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention, auch COP - Conference of Parties - genannt. Die meisten Staaten nehmen daran teil. Bei den jährlichen Zusammenkünften soll die Umsetzung der Klimakonvention gefördert und überprüft werden. Die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP1) fand 1995 in Berlin statt. In Kyoto (COP3) wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet und 2005 in Montreal (COP11) ratifiziert. Zuletzt tagte die 14. Konferenz in Posen (Polen, 1.-12. Dezember 2008). Ende 2009 wird dann in Kopenhagen der Verhandlungsprozess für das Kyoto-Nachfolgeabkommen für den Zeitraum ab 2012 eingeleitet. Zur Webseite: www.unfccc.int

UNCCD


United Nations Convention to Combat Desertification /
Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung
Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung ist ein multilaterales Umweltabkommen, das 1994 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) gegründet wurde.  Es hat sein Sekretariat ebenfalls in Bonn.  Zur Webseite: www.unccd.int 

IPCC

Intergovernmental Panel on Climate Change / Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen
Der sogenannte Weltklimarat wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP)  und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Die der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordnete Sachverständigengruppe mit Sitz in Genf ist damit beauftragt, Risiken der Klimaveränderungen zu begutachten und Vermeidungsstrategien und Handlungsoptionen weltweit zu kommunizieren. Das IPCC betreibt selbst keine wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern trägt Forschungsergebnisse verschiedenster Disziplinen zusammen. Es greift dabei auf die Arbeiten von mehr als 2500 Wissenschaftlern und Experten aus der ganzen Welt zurück. Die kohärente Darstellung dieses gesammelten Materials wird in den "IPCC Assessment Reports" vorgestellt. Diese Berichte finden weltweit große Beachtung und bilden derzeit die dominierende Basis für politische und wissenschaftliche Diskussionen über die  globale Erwärmung. 2007 erhielt der Weltklimarat gemeinsam mit Al Gore den Friedensnobelpreis. Zur Webseite: www.ipcc.ch

GEF

Global Environment Facility / Globale Umweltfazilität
Die Globale Umweltfazilität (GEF) ist das internationale Finanzierungsinstrument für den globalen Umweltschutz. Sie unterliegt den Weisungen der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention und fördert nach deren Vorgaben Projekte vor allem in Entwicklungsländern. GEF basiert auf der Idee, dass die Industrieländer als Hauptverursacher des Klimawandels den Entwicklungsländern helfen sollen, ihre Verpflichtungen aus der Klimarahmen- konvention zu erfüllen und sie zudem bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Die Weltbank, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) agieren als Durchführungsorganisationen und sind dem GEF-Rat gegenüber verantwortlich. Die GEF stellt Mittel für die folgenden sechs Bereiche zur Verfügung: Klimawandel, Biodiversität, internationale Gewässer, Abbau der Ozonschicht, Landdegradierung sowie langlebige organische Schadstoffe. Deutschland ist hinter den USA und Japan drittgrößer Geber der GEF. Webseite: www.gefweb.org

 

UNEP

United Nations Environment Programme / Umweltprogramm der Vereinten Nationen

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen ist diejenige Einrichtung der Vereinten Nationen, die sich mit globalen und regionalen Umweltfragen beschäftigt und die globale Umweltpolitik koordiniert. Sie wurde 1972 mit Sitz in Kenia gegründet. UNEP setzt sich dabei für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der Verbesserung der Lebensqualität von heutigen und zukünftigen Generationen ein. Es wird seit 2006 von dem Deutschen Achim Steiner als Nachfolger von Klaus Töpfer geleitet. Zu Webseite: www.unep.org 

Aufgaben und Möglichkeiten von UNEP: Lesen Sie dazu auch das aktuelle Interview mit Achim Steiner auf Seite 8 der von der DGVN herausgegebenen EINE-WELT PRESSE. Auf das Bild links klicken. 

GCOS

Global Climate Observing System / Globales Klimabeobachtungssystem
Das GCOS wurde 1992 durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die zwischenstaatliche ozeanografische Kommission (IOC) der UNESCO, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) sowie dem internationalen Wissenschaftsrat (ICSU) eingerichtet. Das GCOS befasst sich mit Klimaüberwachung, Untersuchungen zur Klimaänderung, den Folgen und Reaktionen darauf, Anwendungen von Klimadaten in der Wirtschaft, Klimamodellentwürfen sowie Klimavorhersagen. Webseite: www.wmo.int/pages/prog/gcos/index.php 

UNDP


United Nations Development Programme / Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
UNDP  wurde 1965 mit Sitz in New York gegründet. Es ist im UN-System für die Entwicklungszusammenarbeit verantwortlich und ist zudem Koordinator für die Millenniums-Entwicklungsziele. UNDP ist Herausgeber des jährlich erscheinenden Berichts über die menschliche Entwicklung (Human Development Report – HDR). Zur Webseite: www.undp.org  

FAO

Food and Agriculture Organization of the United Nations / Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wurde 1945 als Spezialorgan des Wirtschafts- und Sozialrates (ECOSOC) gegründet. Die FAO hat ihren Hauptsitz in Rom, sie leitet die internationalen Bestrebungen um Hunger zu bekämpfen. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von ländlichen Gegenden und der Förderung von Entwicklungsländern allgemein. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen arbeitet dabei in vier Bereichen. Zum einen dient sie als Informationsnetzwerk. Die FAO sammelt, wertet Informationen aus und verbreitet diese. Sie bietet darüber hinaus ein Forum auf dem Expertenwissen geteilt werden kann und konkrete Handlungsanweisungen für die Politik entwickelt werden können. Zudem ist die FAO eine Plattform für zwischenstaatliche Verhandlungen. Ein weiteres und besonders wichtiges Arbeitsfeldes der FAO ist es, das gewonnene Fachwissen auch in die Praxis umzusetzen. Näheres dazu auf der Webseite der FAO unter www.fao.org

IFAD

International Fund for Agricultural Development / Internationaler Fond für landwirtschaftliche Entwicklung
Der Internationale Fond für landwirtschaftliche Entwicklung bildet ein Spezialorgan der Vereinten Nationen und wurde 1977 als ein Ergebnis der World Food Conference von 1974 gegründet. Dieser Fond wurde gegründet um landwirtschaftliche Projekte, vorrangig zur Nahrungsmittelproduktion, in Entwicklungsländern zu finanzieren. Der Auftrag des IFADs ist es die Armut in ländlichen Gegenden von Entwicklungsländern zu beseitigen. Webseite: www.ifad.org

WHO

World Health Organization / Weltgesundheitsorgsanisaton
Die Weltgesundheitsorganisation wurde 1948 mit Sitz in Genf gegründet. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit. Zu diesem Themenfeld finden Sie hier einen Kommentar der ehemaligen beigeordneten WHO-Generaldirektorin Dr. Kerstin Leitner, der anläßlich des Weltgesundheitstags 2008 erfasst wurde. Zur WHO-Webseite: www.who.int

 

WMO

World Meteorological Organization/Weltorganisation für Meteorologie
Die Weltorganisation für Meteorologie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, die am 11. Oktober 1947 durch eine Konvention von 42 Staaten in Washington als Nachfolgerin der 1873 in Wien gebildeten nicht-staatlichen International Meteorological Organization (IMO) gegründet wurde. Die Konvention trat am 23. März 1950 in Kraft ("World Meteorological Day"). Zu den Mitgliedern der WMO zählen 185 Staaten und Territorien, die jeweils einen eigenen Wetterdienst betreiben. Ziele der WMO sind u.a. die Förderung der weltweiten Zusammenarbeit bei der Einrichtung von Stationsnetzen für meteorologische Beobachtungen und die Unterstützung bei der Errichtung und dem Betrieb von zentralen meteorologischen Dienstleistungseinrichtungen. Zur Webseite: www.wmo.ch

Im Herbst 2009 findet in Genf die dritte Weltklimakonferenz der WMO (WCC3) statt. Die DGVN hat dazu ein Forum mit aktuellen Beiträgen eingerichtet. Dieses finden Sie hier.

World Bank

World Bank / Die Weltbank
Die Organisationen der Weltbankgruppe wurden 1945 in Bretton Woods als Sonderorganisationen der Vereinten Nationen gegründet. Die Weltbankgruppe umfasst die Weltbank (International Bank of Reconstruction and Development - IBRD), die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA -International Development Association), die Internationale Finanzkorporation (IFA - International Finance Corporation), die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA)  und das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Centre for the Settlement of Investment Disputes, ICSID). Die Organisationen der Weltbankgruppe vergeben sowohl projektgebundene Kredite als auch Programm- und Strukturanpassungskredite. Sie fördern außerdem die Errreichung der Millenniums-Entwicklungsziele.

zur Homepage der Weltbank.

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